21. Januar 2013, 17:08

Keine klare Richtung

Einen besseren Wochenstart als den meisten Pendlern wünscht man dem DAX heute. Denn während auch mancher Händler in Frankfurt Probleme haben dürfte, an den Arbeitsplatz zu kommen, hat der DAX überhaupt keine Eile. Er liegt vorbörslich bei 7720 Punkten ohne wesentliche Nachrichten. Ob dem Markt wirklich nicht viel einfällt, dürfte man schon um 9 Uhr sehen. Denn wenn Lufthansa und Fraport im Minus, K+S aber im Plus notieren, dann sucht man nach Themen. Frei nach dem Motto, dass Schnee und Eis positiv für das Geschäft bei K+S sind, die Airlines und der Flughafen unter den zahlreichen Ausfällen aber leiden. International wird Richemond wohl ein Problem bekommen: Der Schweizer Luxuskonzern leidet unter der schwächeren Nachfrage in China und hat die Erwartungen verfehlt.

 
Volatilität als Warnsignal?
 
Natürlich sind die Märkte seit Wochen auf einem niedrigen Niveau was die Volatilität angeht. Doch ein Blick auf den ganz langen Chart zeigt, dass aus niedrig nun extrem niedrig geworden ist. Denn seit dem Jahr 2006 war der Stand des VDAX-New nicht mehr so gering wie aktuell. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Märkte eine Tradingrange von 7680 bis 7790 Punkten noch lange durchhalten, ist also relativ gering. Und eines kommt hinzu: Es liegt in der Natur der Sache, dass die Volatilität gering ist, weil kaum jemand ein Grund einfällt, weswegen die Märkte turbulenter werden könnten. Doch Kurse machen sehr oft Nachrichten – nicht umgekehrt. Es heißt also, den VDAX-New im Blick halten, um den DAX einzuschätzen. Heute übrigens ohne den Dow Jones: In den USA tritt Barack Obama die zweite Amtszeit an. Dies und den Martin-Luther-King-Day feiert man in Washington und die Börsen bleiben geschlossen.
 
Ausblick auf die Großen in den USA
 
Schon morgen geht die Quartalssaison in den USA in die nächste Runde – die Runde der Technologiekonzerne. Zunächst sind IBM und vor allem Google am Dienstag dran. Bei Google blickt man gespannt darauf, ob man weiterhin aus Größe auch Umsätze und Gewinne am Werbemarkt machen kann. Am Mittwoch gibt es Neues von Microsoft, wo es zuletzt Gerüchte über den Erfolg des neusten Windows-Betriebssystems gab. Und dann natürlich Dienstag, nach 22 Uhr: Apple. Schon ab heute dürften sich viele Investoren auf die Lauer legen, den Stand bei Apple analysieren und sich für eine Enttäuschung oder doch eine Überraschung präparieren.  Doch Vorsicht: Bei 500 US-Dollar Kursniveau ist wirklich jede Richtung drin und die Aktie schon um exakt 200 Dollar vom Top gefallen.
 
Alle drucken, Gold steigt
 
Die Japaner haben den festen Willen, den Yen schwach zu drucken. Das gleiche versuchen die USA mit dem US-Dollar, auch weitere Regierungen beispielsweise in Asien könnten in das Spiel einsteigen. Doch wer ist der Gewinner? Beispielsweise Gold und Silber. Die Edelmetalle klettern seit Tagen ganz langsam aber doch stetig nach oben, im gleichen Rhythmus, in dem der Yen beispielsweise gefallen ist. Silber kostet nun schon wieder knapp 32 US-Dollar, Gold liegt bei 1690 Dollar. Die Rally bei Platin ist übrigens unterbrochen. Nach dem Sprung fast auf Goldniveau ist die Notierung auf 1672 Dollar zurückgekommen.

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