15. August 2013, 10:44

Vorgaben

Der Dow Jones hat gestern zum ersten Mal seit Juni mal wieder einen Tagesverlust von mehr als 100 Punkten erlitten. Beginnt jetzt das große Zittern um die US-Notenbankpolitik? Der Konsens der Anleger erwartet zumindest im September auf der nächsten Fed-Sitzung schon eine Reduzierung des Anleihenprogramms, was sich insbesondere am schwächelnden Bondmarkt widerspiegelt. Dort sind die Zehnjahresrenditen auf mehr als 2,7 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung belastet bereits die Einzelhandelsumsätze, auch wenn das Ausmaß noch gering ausfällt. Heute um 13 Uhr veröffentlicht der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart seine Quartalszahlen und wird weiteren Aufschluss über den die Konsumneigung der Amerikaner geben.

Cisco schockt, Dollar schwächer

Nachbörslich hat Cisco seine Quartalsergebnisse präsentiert und neue Rekorde gemeldet. Dennoch belastet der Ausblick und Cisco wird deshalb fünf Prozent der Arbeitsplätze streichen. Die Aktie fiel daraufhin um knapp zehn Prozent im nachbörslichen Handel. Asien kann diese Vorgaben nicht kompensieren, in Tokio fallen die Kurse am stärksten. Dort belastet ein starker Yen, der wieder unter 98 Yen zum US-Dollar notiert und die Exportwerte Japans belastet. Vor den zahlreichen US-Daten heute gibt der Greenback etwas nach, wobei er zum Euro bei knapp unter 1,33 USD fest verankert zu sein scheint.

Apple und der US-Zahlenreigen

Neben Wal-Mart werden heute in den USA noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Verbraucherpreise und die realen Löhne um 14.30 Uhr veröffentlicht. Anschließend folgen die Industrieproduktion, der NAHB-Index der Hausbaufirmen und der Philly Fed-Index. NAHB und Philly Fed waren zuletzt auf Mehrjahreshochs gestiegen. Interessant dürfte heute auch die weitere Kursentwicklung bei Apple sein, die gestern zum ersten Mal seit Monaten wieder die 500 US-Dollarmarke geknackt hat, nachdem Großinvestor Carl Icahn seinen Einstieg erklärte.

Robuste Rohstoffe

Die blutigen Unruhen in Ägypten sorgen am Ölmarkt für steigende Preise. Das Land ist kein großer Ölproduzent, aber der ägyptische Suez-Kanal ist ein größerer Transitweg für das schwarze Gold. Außerdem verringern anhaltende Streiks in Libyen momentan das Ölangebot. Auch die Preise für Edelmetalle konnten durch die Spannungen in Ägypten zulegen. Sichere Häfen sind daher aktuell gesucht. Gold liegt wieder über 1330 USD und Silber hat die 22 USD-Marke wieder überwunden.

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