21. Juni 2013, 19:10

Volatiler Sommer an den Märkten

Von Oliver Bossmann, Marktanalyst

Die Nervosität an den Finanzmärkten stieg in den letzten Tagen merklich an. Die Gründe hierfür werden vor allem in den Aussagen Ben Bernankes nach dem FOMC-Meeting gesehen. Der unerwartet optimistische Ausblick der US-Fed für Wachstum und Beschäftigung in 2014 lässt die Annahme zu, dass die Ära der außerordentlichen quantitativen Lockerungen in den USA auslaufen wird.

Die Reaktionen auf den US-Bondmärkten zeigten dies sehr deutlich. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf über 2,4 Prozent und erreichte ein Zweijahreshoch. Die Bärenrallye in den Edelmetallen zeigte schon die letzten Monate an, dass sich Investoren von unverzinsten Werten verabschieden. Eine mögliche stufenweise Drosselung und Beendigung der Ankäufe durch die Fed könnte Umschichtungen in den Depots der Großen hervorrufen, die weiterhin die Aktienmärkte belasten. Die Anpassungen in der Depotstruktur institutioneller Investoren und Kapitalmarktfunds könnten die momentane Stimmung unter den Finanzmarktteilnehmern fortführen, die da lautet ?good news are bad news?.

Dazu kommt, dass in den letzten Tagen aus China bedenkliche Nachrichten zu hören sind. Die chinesische Notenbank ist nicht mehr bereit die Spekulation des chinesischen Bankensektors zu unterstützen. Deshalb kam es hier zu einer Liquiditätsklemme auf dem Interbankenmarkt für Übernachtkredite. Die Zinsen stiegen hier in den letzten Tagen auf über 13 Prozent an. In der Regel hat die chinesische Zentralbank in der Vergangenheit in solchen Situationen eingegriffen und Liquidität ins System gepumpt. Dieses Mal wehrt sich die Zentralbank mit der Begründung, dass die chinesischen Banken erstmal ihre schlechten Kredite aufarbeiten müssten. Dieser Prozess könne nicht ewig in die Zukunft verschoben werden.

Diese Nachrichten beunruhigen Finanzmarktakteure, denn wer weiß schon, wie hoch die Summe maroder, schlechter oder hochspekulativer Kredite im chinesischen Bankensektor sein wird. Die Warnzeichen, ausgehend vom Interbankenhandel, sind zumindest vorhanden. Die Unsicherheit unter den chinesischen Banken in Bezug auf die Bonität anderer Institute steigt dementsprechend. Beide Themen könnten die Märkte den Sommer über begleiten und verheißen nichts Gutes für die Aktienmärkte. Sollten sich die angedeuteten Probleme in China verschärfen und auf das Wirtschaftswachstum durchschlagen, dann könnte gerade der DAX30-Index mit seinen starken Exportwerten überproportional getroffen werden.

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