18. Juli 2013, 12:02

US-Notenbankchef kann den Markt beruhigen

Von Oliver Bossmann, Marktanalyst

Die mit Spannung erwartete Rede des US-amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke vor dem Finanzmarktkomitee des US-Kongresses konnte die Marktteilnehmer in weiten Teilen beruhigen und auf eine anhaltend ultralockere Geldpolitik hoffen lassen. Die Aussagen Bernankes hatten in erster Linie ein Ziel, nämlich die scharfen Zinsanstiege an den Bondmärkten der letzten Wochen zu beenden, um die US-Konjunktur von dieser Seite weiterhin zu unterstützen.

Mit dem Bekenntnis des US-Notenbankers, dass die Fed bzw. das FOMC keinem vorgegebenen Kurs beim Anleihenkaufprogramm folgt, sondern völlig frei und flexibel auf die Entwicklungen in der US-Wirtschaft reagieren werde, erreichte er sein Ziel. Die Märkte haben die Medizin der US-Notenbank geschluckt und reagierten positiv auf die Aussagen Bernankes. Er sagte weitergehend, dass wenn sich die konjunkturelle Situation in den USA verschlechtere, auch eine Ausdehnung der Offenmarktgeschäfte denkbar sei. Den Kritikern der ultralockeren Geldpolitik machte er in seiner Rede Zugeständnisse, indem er darauf hinwies, dass die Fed bei besser als erwarteten Wirtschaftsdaten den Exit aus dem Kaufprogramm schnell einleiten werde. Für die Fed sei der US-Arbeitsmarkt momentan aber immer noch zu schwach, um den Exit aus dem Anleihenkaufprogramm zu rechtfertigen, so Bernanke.

Die USA haben trotz der Besserung am Arbeitsmarkt nach wie vor ein großes Problem mit Langzeitarbeitslosigkeit. Von den 11,8 Millionen Arbeitslosen sind in etwa 4,3 Millionen langzeitarbeitslos. Vielleicht war das der Grund, weshalb Ben Bernanke wiederholt betonte, dass die US-Leitzinsen noch lange auf dem historisch niedrigen Niveau bleiben könnten. Der EUR/USD reagierte kurze Zeit volatil auf das Testimony Bernankes, um sich dann am Ende des US-Handelstages bei der Marke von 1,31 einzupendeln. Der DAX30-Index reagierte positiv auf die Rede des US-Notenbankchefs und ging mit einem Plus von 0,65 Prozent aus dem Handel.

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