30. April 2013, 08:44

Krise wirkt noch

Auch die deutschen Unternehmen bekommen die Probleme in Europa zu spüren. So hat VW in fast allen Märkten in der Region weniger Umsatz erzielt als im Vorjahr. Insgesamt ging der Umsatz um 5,8 Prozent zurück. Kein Wunder, dass der operative Gewinn bei Volkswagen-Pkws deutlich um fast 50 Prozent eingebrochen ist. Für Aufsehen sorgt mal wieder die Deutsche Bank. Zum einen schafften sie wieder einen deutlichen Quartalsgewinn von 2,4 Mrd. Euro und zum anderen wollen sie die Aktionäre über eine Kapitalerhöhung zur Kasse bitten. 2,8 Mrd. Euro will die Bank einnehmen, um die Kapitalausstattung zu verbessern.

US-Unternehmen mit schwächerem Ausblick

Während in Deutschland die Berichtssaison erst ins Rollen kommt, haben im S&P 500 schon mehr als die Hälfte der Unternehmen über ihr angelaufenes Geschäftsquartal berichtet. Rechnet man die Gewinne in diesem Quartal hoch, dann dürften sie im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht sinken. Positiv ist, dass zahlreiche Unternehmen die reduzierten Analystenerwartungen übertreffen. Sorge bereitet den Unternehmen aber der Ausblick. Fast 80 Prozent der US-Unternehmen haben ihren Ausblick unter die Konsenserwartungen des zweiten Quartals gesenkt. Dennoch kann der S&P 500 aktuell die Sorgen abschütteln und gestern einen neuen Rekordschlusskurs erzielen. 

Euro profitiert von stabilerem Umfeld

Die schwachen Wirtschaftszahlen aus den USA belasten den US-Dollar. So konnten die Konsumausgaben etwas besser als erwartet zulegen, dafür fielen die persönlichen Einkommen weniger stark aus. Im Vorfeld der großen Ereignisse wie die Notenbankentscheidungen bei der EZB und der Fed kann daher der Euro gegenüber dem USD seinen leichten Aufwärtstrend fortsetzen. Auch weil die Renditen der US-Staatsanleihen weiterhin sehr niedrig sind. Die zehnjährige Anleihe notiert aktuell unter 1,70 Prozent.

Edelmetalle glänzen wieder

Die Rohstoffe profitieren im Schnitt von einem schwächer werdenden US-Dollar. Während der Ölpreis leicht um knapp ein Prozent gewinnen konnte, stiegen die Preise für Gold und Silber wesentlich kräftiger. Keine große Rolle spielte gestern die Ankündigung des IWF, ihre Wachstumsprognose für 2013 von 5,9 auf 5,7 Prozent zu senken. Der starke Kurssprung von Gold und Silber ist auf die Erwartung zurückzuführen, dass die EZB ihre Geldpolitik lockern wird und die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik bis auf weiteres nicht zurückfahren wird.  Für Spannung ist diese Woche also weiterhin gesorgt.

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