12. Februar 2013, 16:04

Kein Faschingsscherz

Die Pferdewetten AG aus Düsseldorf hat 2012 ein Rekordergebnis erzielt. Dank wettfreudiger Kunden setzte man 4,3 Millionen Euro um und verdiente 869.000 Euro. Dies ist kein Faschingsscherz aus Düsseldorf, die Meldung kam in der Tat heute früh herein. Ebenfalls kein Scherz sind die Bemühungen bei Thyssen, die Krise 2013 / 2014 hinter sich zu lassen. Die Sparprogramme sollen nun endgültig und nachhaltig wirken, um operativ nach vorne zu kommen muss sich die Lage im Stahlsektor aber bessern. Darauf hofft man und teilt damit die positiven Perspektiven von Arcelor. Die Stahlwerke in Übersee will man bis September los sein. Das Trio Klöckner, Thyssen und Salzgitter steht damit heute unter besonderer Beobachtung. Der DAX notiert zum Start übrigens bei 7616, 0,2 Prozent schwächer.

 
Gold unter Druck
 
Der Rutsch am gestrigen Nachmittag war nicht ohne: Der Goldpreis hat den Rückwärtsgang angetreten und Silber gleich mitgezogen. Gold notiert bei 1644 Dollar, Silber kostet nur noch 30,78 Dollar. Damit ist die jüngste Erholung abrupt gebremst. Doch nicht nur Gold gerät in den Abwärtssog, auch Platin hat auf 1694 Dollar einen Teil seiner jüngsten Gewinne abgegeben. Viele Investoren gehen aktuell offenbar in Cash. Dies könnte bei Aktien auch noch folgen. Am Ölmarkt dagegen bleibt es volatil, aber stabil. WTI liegt bei rund 97 Dollar, Brent kostet 118 Dollar. Damit läuft der Spread wieder etwas enger zusammen, gestern legte WTI nach schwachem Beginn merklich zu.
 
Sie lebt noch
 
Kommt die Solarbranche wieder in Fahrt? Wacker Chemie gab gestern bekannt, dass die Kurzarbeit im Werk in Burghausen nach vier Monaten wieder beendet wird. Eine Erholung in der Branche wäre eine zweite Chance für Aktien wie Solarworld, Wacker oder SMA Solar, die eigentlich schon abgeschrieben waren. Die Hoffnung lebt übrigens auch noch für E.ON und RWE im DAX. An den jüngst schwächeren Tagen können die Versorger mit Kursgewinnen glänzen. In früheren Zeiten konnte man die Uhr danach stellen, dass die Dividendenkönige E.ON und RWE gesucht sind. Vielleicht kommt die Phase in der Tat wieder.
 
Das Wasser nicht bis zum Hals
 
Das hören Investoren sicher gern: Telefonica aus Spanien muss den Börsengang seines lateinamerika-Geschäfts nicht überhastet vorantreiben und legt die Pläne auf Eis. Der Grund ist der Verkauf von Unternehmensanleihen, der deutlich mehr Spielraum im Geschäft gibt. Von Anleihenhändlern ist verstärkt zu hören, dass spanische Firmen die eingekehrte Ruhe genutzt haben, um über Anleihen die Kapitalbasis zu stärken. Wie klein die Schritte sein können, zeigt der Telefonanbieter: Telefonica nahm mittels seiner Anleihe 1,5 Milliarden Euro bei 2012 noch 53 Milliarden Euro Gesamtschulden ein. Diese kleine Zufuhr genügt aber schon, um die Lage zu entspannen. 

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