25. März 2013, 13:25

Gekko Global Markets – Der nächste bitte

Wie viele Milliarden dürfen es denn sein? Im Falle Zyperns hat man sich gestern Nacht auf 10 Milliarden geeinigt. Mittlerweile nimmt man diese Summen relativ kommentarlos zur Kenntnis, immerhin der DAX freut sich und klettert auf 7992 Zähler eine halbe Stunde vor offiziellem Handelsstart. Die vergangene Woche so getroffenen Aktien um Deutsche Bank und Commerzbank dürften heute eine Erholungsrally anführen. Denn bisher waren Banken stets vorne dabei, wenn ein Rettungspaket zuvor beschlossen wurde. Auch im Versicherungssektor wird man erleichtert sein, Münchener Rück und Allianz könnten die Einigung ebenfalls gut verarbeiten. Eine besondere Unternehmensnachricht gibt es on top: Die Lufthansa will 2014 eine neue Klasse zwischen Business und Eco einführen. Das Unterfangen ist riskant, könnte es doch Kunden aus der ertragreichen Business-Class in die neue Misch-Klasse ziehen.

Euro über 1,30 US-Dollar

Die eigene Kraft des Euro reicht momentan nach gelungener Zypern-Übung offenbar bis 1,30 Dollar ? aber nicht weiter. Dies liegt zum einen daran, dass die USA in Sachen Wirtschaftsdaten besser dastehen, zum anderen aber auch an den Italienern. Denn wenn jetzt der nächste Patient auf den Plan tritt, könnte das Spiel von vorne losgehen. Dies sieht man auch recht gut am Euro zum Franken, der bei 1,223 unverändert bleibt. Auch zum Yen sowie zu den Rohstoffwährungen kanadischer und australischer Dollar ist kein Befreiungsschlag in Sicht, die Kurse zeigen 1,3298 und 1,2424 Dollar. Immerhin profitieren die Ölpreise. Brent legt auf 108,37 und WTI auf 94,22 Dollar zu. Gerade bei WTI hängt der Wochenverlauf aber von der US-Konjunktur und vom Ölmarktbericht ab.

Wochenausblick I

Zypern ist vom Tisch, nun kann man sich in dieser Woche wieder den Fakten widmen. In Sachen Quartalszahlen beginnt jetzt die Übergangsphase zwischen letzten Firmenergebnissen in Europa und dem Beginn der nächsten Saison, eingeleitet von Alcoa im April. Am Dienstag geht es in den USA aber bei den Konjunkturdaten richtig los: Auftragseingang langlebiger Güter, Hauspreisindex, Verbrauchervertrauen des Conference Boards sowie die Neubauverkäufe geben einen guten Einblick in die Entwicklung der US-Wirtschaft. Besonders das Verbrauchervertrauen ist von Bedeutung, da sich die Haushaltskürzungen von 85 Milliarden USD über die kommenden sechs Monate schon auswirken könnten.

Wochenausblick II

Am Mittwoch kommen dann noch zahlreiche europäische Wirtschaftsdaten hinzu, so zum Beispiel die Wirtschaftsstimmung für März oder das BIP-Wachstum für das vierte Quartal in Großbritannien. Am Donnerstag stehen dann die deutschen Arbeitslosenzahlen an sowie die endgültigen Zahlen für das US-BIP im vierten Quartal 2012 plus die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Das war es dann auch schon für die Investoren, denn das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan am Freitag wird man schon im Osterurlaub erfahren. Noch einmal startet der Dow in dieser Woche schon um 14.30 Uhr mit dem Handel, kommende Woche ist dann zeitlich wieder alles beim Alten.

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