23. April 2013, 11:16

Gekko Global Markets – Apple Part 1

Man stellt sich gar nicht vor, in welchem Dilemma Börsenfans und Apple-Aktionäre heute Abend sein könnten. Um 22.15 Uhr ist das Champions-League-Spiel der Bayern gegen Barca in der Schlussviertelstunde, gleichzeitig kommen die Zahlen von Apple auf den Tisch. Im Vorhinein mag man kaum sagen, was spannender wird. Während die Bayern im Lauf sind und Barcelona wohl das erste Mal seit Jahren um Ballbesitz kämpfen muss, würde Apple gerne wieder an den Ball kommen. Die Aktie ist zuletzt nämlich auf 380 Dollar durchgereicht worden, kletterte gestern auf 399 Dollar, nun fehlen nur noch 50 Dollar zu einer Kurshalbierung zum Rekordhoch bei 700 Dollar. Zulieferer berichteten jüngst von massiven Absatzproblemen, die Quartalszahlen für das erste Quartal dürften wohl fast schon abgehackt sein.

Apple Part 2

Doch das negative Sentiment für Apple birgt auch reichlich positive Phantasie. Denn fast könnte man meinen, dass man es mit einem desaströsen Unternehmen zu tun hat, auf eine Aktie wartet, die wie Nokia endlich den Dreh nach oben schaffen soll. Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil erwarten Analysten für 2014 noch immer einen Gewinn von 49 Dollar je Aktie. Dies entspricht bei aktuellem Börsenkurs einem KGV von knapp neun und das bei einem Wachstumswert. Es kommt also darauf an, ob Apple bestätigen kann, dass man ein Wachstumswert bleibt und die Margen stabil bleiben. Gelingt dies, könnte es der Abend von Apple werden.

 

Konjunktur kommt dazu

Die Häusermarktdaten von gestern konnten den Markt nicht überzeugen, nun wird der Dienstag interessant. In Europa stehen heute erst einmal Pakete von Einkaufsmanagerindizes an, allesamt veröffentlicht zwischen 9.30 Uhr und 10 Uhr. Dies könnte dem DAX, der zunächst unverändert taxiert wird, einen guten Schwung geben. Am Nachmittag dann gibt es den FHFA-Hauspreisindex in den USA, gleichzeitig weitere Firmendaten, die Verkäufe neuer Häuser für März und den Richemond-Fed-Index um 16 Uhr. Bei den Daten gestern hatten Microsoft und Caterpillar trotz Schönheitsfehlern in der Bilanz von Caterpillar die Märkte mit dem Ausblick überzeugt. Beide Aktien legten zu, Microsoft um 3,5 Prozent auf den höchsten Stand seit September 2012. Ein Grund: Ein großer Hedgefonds ist bei Microsoft hoch-volumig eingestiegen.

 

Ölpreise belastet

China s Wirtschaftswachstum hat sich von März auf April um 1,1 Punkte auf 50,5 Zähler abgeschwächt. Der Indikator von HSBC liegt damit nur noch knapp über der für Wachstumssignale gültigen Schwelle von 50 Zählern. Kein Wunder also, dass die Ölpreise heute erneut unter Druck kommen könnten. Brent fällt zum Start in Europa unter 100 Dollar, auch WTI liegt nun wieder unter 89 US-Dollar. Solange Chinas Wachstum nicht besser aussieht wird wohl auch der Kupferpreis unter 7.000 Dollar ein hartes Dasein fristen.  

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