6. März 2013, 21:22

Fällt der EUR/USD-Kurs weiter?

Von Oliver Bossmann, Marktanalyst

Die beiden anstehenden fundamentalen Schlüsselereignisse, bestehend aus der EZB-Sitzung am Donnerstag und der Lesung der US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Februar am Freitag,  hielten den EUR/USD-Kurs diese Woche in einer engen Range. Nach den Kursverlusten der letzten Handelswoche, die den mittelfristigen Abwärtstrend der vorausgehenden Wochen in dem Währungspaar mit dem Unterschreiten der wichtigen Marke von 1,30 USD bestätigte, konnte sich die Situation aus charttechnischer Sicht nun etwas stabilisieren. Jedoch waren die Erholungsversuche des EUR/USD-Kurses sehr begrenzt und deuten nach wie vor auf eine anhaltende Schwäche der Einheitswährung hin.

 

Die Beruhigung in dem Währungspaar könnte dann am Donnerstag vorbei sein und bis Ende der Handelswoche in eine hohe Volatilität münden. Denn gerade vonseiten der EZB können Überraschungen ausgehen. Sollten die Erwartungen der Devisenmarktteilnehmer nicht zutreffen, dann könnten die Impulse in einem Ausbruch aus dem momentanen Seitwärtsmarkt münden, der auf der Oberseite bei der Marke von 1,31 USD begrenzt wird. Auf der Unterseite wird die Seitwärtsrange bei 1,2966 USD begrenzt. In dieser etwa 150 Pips breiten Range pendelt der Kurs seit drei Handelstagen. Die Marktteilnehmer erwarten trotz der schlechten Konjunkturdaten aus der gesamten Eurozone keine Zinssenkung von der EZB. Der Leitzins in der Eurozone steht bei 0,75 Prozent. Jedoch wäre ein Zinsschritt um 0,25 Prozent auf 0,5 Prozent ein möglicher Schritt von Mario Draghi den Euro weiter zu schwächen und so die Wettbewerbsfähigkeit der Euroländer zu stärken.

 

Von der Inflationsseite könnten aus Sicht der EZB keine Gefahren drohen, nachdem die Kerninflation für die Eurozone letzte Woche bei 1,3 Prozent für den Monat Januar im Vergleich zum Vorjahr gemeldet wurde und das BIP im vierten Quartal 2012 mit -0,9 Prozent auf Jahresbasis schrumpfte. Viele Devisenmarktteilnehmer könnten eher erwarten, dass Mario Draghi die verbale Keule auspackt und Lockerungsmaßnahmen bekräftigt, wenn sich die konjunkturelle Lage in der Eurozone weiter verschlechtert. Denkbar wäre auch, dass die EZB den Markt auf eine Zinssatzsenkung in einer ihrer nächsten Sitzungen in diesem Jahr vorbereitet. Die zuvor genannten Mittel könnten infolge zu einer Euro-Schwäche führen und den Impuls für nachhaltig fallende EUR/USD-Kurse setzen.

 

Im Falle eines nachhaltigen Ausbruchs aus der Range der letzten Tage könnte vielleicht ein erstes Ziel die charttechnische Unterstützung bei 1,2875 USD sein. In diesem Bereich fand der EUR/USD-Kurs Ende November bzw. Anfang Dezember 2012 eine technische Unterstützung. Sollte Mario Draghi keine geldpolitischen Maßnahmen im expansiven Sinne aussprechen, dann könnte sich der Euro aufgrund der doch mittlerweile relativ stark überverkauften Situation wieder etwas stärker erholen. Jedoch könnten die Erholungstendenzen aufgrund der unübersichtlichen Verhältnisse in Italien und der schlechten konjunkturellen Lage in der Eurozone begrenzt bleiben.

 

Ein Blick auf das Marktsentiment in Form des Commitment-of-Traders Reports der CFTC zeigt, dass die großen Spekulanten in ihrer Positionierung jüngst die Seite gewechselt haben und sich im EuroFX-Future leicht Netto-Short positioniert haben, nachdem diese den Januar hindurch Long-Positionen aufgebaut hatten. Seit Februar wurden die Long-Positionen von den großen Spekulanten, auch als smarte Investoren bezeichnet, dann aber sukzessive abgebaut.

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