27. März 2013, 20:55

Abwärtsdruck auf EUR/USD hält an

Von Oliver Bossmann, Marktanalyst

Der Kurs des EUR/USD fiel heute deutlich unter die Marke von 1,28 USD und erreichte damit neue lokale Tiefs. Die Schwäche kann nach wie vor auf die unsichere wirtschaftliche und politische Situation der südlichen Peripheriestaaten in der Eurozone zurückgeführt werden. In Zypern ist die politische und wirtschaftliche Lage nach der Einigung der zypriotischen Regierung mit der Troika verzweifelt und Italien besitzt auch einen Monat nach den Parlamentswahlen immer noch keine Regierung. Zuletzt gingen Gerüchte am Markt herum, dass Moody?s die Bonität Italiens weiter herabzustufen will. In dieses Bild fügten sich nahtlos die am Mittwoch gemeldeten Indikatoren zum Verbraucher- und Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone für den Monat März ein, die allesamt auf eine anhaltende Schwäche der konjunkturellen Lage in der Eurozone hindeuten. Die Erwartungen einer weiteren Kontraktion der europäischen Konjunktur aufgrund der Haushaltskonsolidierungen in den südlichen Peripheriestaaten lassen dem Euro momentan wenig Raum für eine stärkere Kurserholung gegenüber den wichtigsten Währungen weltweit.

 

Aus charttechnischer Sicht ist der Kurs des EUR/USD nun eindeutig unter die Unterstützungszone zwischen 1,29 USD und 1,2850 USD gefallen, die bis vor wenigen Stunden noch halt bieten konnte. Ein Blick auf den am Freitag gemeldeten Commitment-of-Traders-Report, kurz COT, verrät uns, dass sich das Sentiment am Markt ebenfalls stärker gegen den Euro richtet. Die großen Spekulanten bauten in der letzten Woche ihre Short-Positionierung weiter aus. Die als mittelfristige Trendfolger bekannten großen Spekulanten nehmen nun in diesem Report eine Netto-Short-Positionierung von knapp 45.000 Future-Kontrakten ein. Dies ist ein Ausbau der Short-Positionierung von circa 20.000 Kontrakten gegenüber der Woche zuvor. Die Gruppe der großen Spekulanten könnte darauf setzen, dass die wirtschaftliche Erholung der US-Wirtschaft weiter voranschreitet und die konjunkturelle Entwicklung zwischen den USA und der Eurozone weiter auseinander driftet. Das könnte zusätzlichen Abwärtsdruck im EUR/USD-Kurs verursachen. Insgesamt könnte die Talfahrt des EUR/USD-Kurses also anhalten. Momentan befindet sich der Kurs des EUR/USD bei ca. 1,2770 USD.

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