19. Dezember 2012, 11:49

Furchtbar einfach

Manchmal scheint es an den Aktienmärkten doch furchtbar einfach zu sein. Dass sich Demokraten und Republikaner im Haushaltsstreit irgendwann einigen würden, war eigentlich von Anfang an klar. Natürlich wird verhandelt und taktiert, doch wie beim Gebrauchtwagenkauf werden sich die Parteien einigen. Danach sieht es nun aus und es war auch anzunehmen, dass der Markt auf diese Nachrichten hin zulegen wird. Ergo steigt der DAX heute auf ein neues Mehrjahreshoch bei 7646 Punkten, der Dow legt exakt 100 Punkte zu und die Japaner gewinnen 94 Zähler auf 9923 Punkte. Manchmal ist es wirklich einfach.

Rohstoffe ziehen an
Genauso logisch wie ein Anstieg der Aktienkurse bei einer Einigung ist auch der Anstieg bei Gold, Silber und Öl. Gestern hatten wir die schwindende Angst erwähnt, die auf die Laune bei Gold drückt. Daran hat sich nichts geändert, doch für den Sprung über 1700 Dollar sorgt nun wieder das Inflationsgespenst. Die Fed sieht darin zwar für 2013 gar kein Problem, doch Investoren fürchten bei einem Haushaltskompromiss mit Vorteilen bei Obama offenbar zu freizügiges Geld ausgeben. Gepaart mit Ben Bernanke an der Seite könnte dies dann eben doch die Inflationssorgen wiederbringen. Auch den Silberpreis treibt dies an, es geht auf 32,44 Dollar nach oben.
Die Verlierer mit Chancen?
Manche nennen es Silvesterwetten, andere greifen zu den Verlierern des Vorjahres, weil sie sich eine bessere Performance im neuen Jahr versprechen. Auf jeden Fall gibt es Strategen, die jetzt gezielt die Looser des Jahres 2012 kaufen. Im EuroStoxx 50 sind jedoch gar nicht mehr viele Aktien übrig, die seit Jahresbeginn im Minus liegen. Die durch hohe Dividendenrenditen weniger gestützten als belasteten Mobilfunkkonzerne Telefonica und France Telecom liegen mit minus 21 und minus 28 Prozent ganz hinten. Trotz seiner jüngsten extremen Aufholjagd liegt auch Nokia noch 19 Prozent im Minus, ergänzt durch Repsol aus Spanien mit minus 28 Prozent. Das 2-prozentige Minus bei Arcelor fällt kaum auf, ansonsten liegen alle Titel meist deutlich im Plus.
Euro hält dagegen
Pause ja, Rückschlag nein – so sieht das Motto beim Verhältnis Euro-Yen aus. Nach dem erwarteten Wahlausgang in Japan und der damit verbundenen Hoffnung auf großzügiges Gelddrucken hätte man nach der imposanten Rally zuvor von Gewinnmitnahmen ausgehen können. Nicht einmal diese sind bisher zu sehen, der Euro hält sich zum Yen stabil bei 110,48 Yen, der US-Dollar kostet 83,87 Yen – unverändert. Interessant bleibt es beim Euro zum Schweizer Franken. Jüngst hatten wir in den Raum gestellt, dass die Schweizer Nationalbank bei rund 1,2150 Franken wieder Euro auf den Markt werfen könnte. So ist es eingetreten, der Kurs ist wieder unter 1,21 angekommen – fast mit Ansage. Mit Ansage nach den Besserungen im US-Haushaltsstreit liegt der Euro auch bei 1,3166 zum Dollar – der Ausbruch nach oben hängt aber auch von den Konjunkturdaten dieser Woche ab.

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