1. Februar 2013, 16:43

EUR/USD-Kurs bald schon bei 1,42 USD?

Von Oliver Bossmann, Marktanalyst

Im Vorfeld der offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für Januar kann der Kurs des EUR/USD am Freitag neue Jahreshochs erklimmen und deutlich über die Marke von 1,36 USD steigen. Damit bestätigt der EUR/USD-Kurs den Mitte der Woche gelungenen Ausbruch über die charttechnisch wichtige Marke bei 1,35 USD. Neue Impulse und erhöhte Volatilität könnten als nächstes von den US-Arbeitsmarktdaten ausgehen, die am Freitag um 14:30 Uhr gemeldet werden. Die im Fokus der Märkte stehenden Zahlen zu den neu geschaffenen Stellen exklusive der Landwirtschaft werden laut Konsensschätzungen bei 165 Tausend erwartet, nach 155 Tausend im Vormonat. Die offizielle Arbeitslosenquote für Januar erwarten die Analysten bei 7,8 Prozent. Die Zahlen könnten nicht zuletzt deswegen so wichtig für den Markt sein, weil die Fed ihre superexpansive Geldpolitik auch an die Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt gekoppelt hat. Anzeichen einer stärker als erwarteten Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt könnten von den Marktteilnehmern direkt mit dem Anfang vom Ende der Liquiditätsparty verbunden werden und in der Folge für weitreichende Umschichtungen in verschiedenen Anlageklassen sorgen.

 

Momentan sieht es so aus, als erwarte der Markt bei den Arbeitsmarktdaten keine großen Ausreißer nach oben und somit in nächster Zeit auch keinen Paradigmenwechsel bei der Fed. Diese Erwartungen könnten in den letzten Tagen im Kurs des EUR/USD verarbeitet worden sein und warten nun auf die Bestätigung. Damit könnte sich aber aus technischer Sicht die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Impulse der US-Makrodaten nach oben limitiert sein könnten, selbst wenn die Schätzungen der Analysten getroffen werden. Die Problematik, dass die südeuropäischen Länder nach wie vor in einer tiefen Depression stecken und nach Wettbewerbsfähigkeit ringen, spricht gegen eine lineare Fortschreibung des vorherrschenden Aufwärtstrends im EUR/USD. Einzig die früher als erwartete Rückzahlung der LTRO-Kredite vieler europäischer Banken spricht für die Eurostärke gegenüber dem US-Dollar, da die Geldmenge in der Eurozone durch die Rückzahlung verringert wird. Man wird sehen, wie die EZB in den nächsten Monaten dazu steht und welche geldpolitischen Maßnahmen sie einleiten wird, um der Aufwertung entgegenzutreten. Jedenfalls schreitet die Erholung der US-Wirtschaft voran und zeigt sowohl auf dem Immobilienmarkt und bei der Stimmung der Konsumenten Fortschritte an. Die Frage bleibt offen, ob und wann die Fed darauf reagieren wird und damit anfängt Liquidität aus der Wirtschaft abzuziehen.

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