Belgiens Regulierungsbehörde (FSMA) verbietet Hebelprodukte wie CFDs

Belgien macht ernst und verbietet den Handel von gehebelten Finanzprodukten für Privatanleger.

Nachdem die französische Aufsichtsbehörde aufgrund zunehmender Beschwerden gegen Binary Options und Forex Broker bereits die Vermarktung gehebelter Finanzprodukte verboten hat, geht Belgien nun einen noch strikteren Weg und verbietet den Handel mit gehebelten Produkten für Privatanleger grundsätzlich. Hier im Original auf den Seiten der FSMA nachzulesen.

Das Verbot ist bereits am 18. August 2016 in Kraft getreten und gilt auch für nicht durch die FSMA regulierte Broker, die ihr Geschäft in Belgien anbieten. Denn aufgrund eines sogenannten „Passportings“ können Broker, die eine Zulassung einer anderen europäischen Regulierungsbehörde wie der FCA in Großbritannien oder der CySEC in Zypern haben, ihre Leistungen auch in anderen europäischen Ländern anbieten.

Das Verbot bezieht sich auf alle ungelisteten sog. Over-the-Counter (OTC) gehandelten Hebelprodukte. Hebelprodukte, die an regulierten Märkten gehandelt werden (z.B. Zertifikate, Optionsscheine), sind von dem Verbot ausgenommen.

Dazu Jean-Paul Servais, Chairman der FSMA:

The FSMA has repeatedly issued warnings about the risks associated with these products. Other supervisory authorities and ESMA have done likewise. Yet the FSMA continues to receive complaints about these products. Therefore it proposed establishing a framework regulating the distribution of OTC derivatives and to prohibit the distribution of certain types of these products.“

Was bedeutet dies für deutsche Trader?

Zunächst einmal ändert sich nichts.

CFD Broker werden Ihre Marketingkommunikation sicherlich überdenken. Es wird in Zukunft nicht mehr ausreichen, unter jeglicher Werbeaussage einen Disclaimer wie „Ihr Kapital unterliegt hohen Risiken“ oder „Ihre Verluste können Ihre Einlagen übersteigen“ o.ä. zu platzieren.

Mittelfristig dürften sich Regulierungsbehörden wie die britische FCA und die deutsche BaFin zu dieser Thematik ebenfalls zu Wort melden.

Was halten Sie von der Entscheidung der Belgier? Vorausschauend und nötiger Eingriff in den Finanzmarkt oder übereilter regulatorischer Schnellschuss? Wird die BaFin mit ähnlichen Eingriffen den Belgiern oder Franzosen folgen? Diskutieren Sie mit.

7 Kommentare zu Belgiens Regulierungsbehörde (FSMA) verbietet Hebelprodukte wie CFDs

  1. Benno sagt:

    Hallo CFD-Portal, ich finde es nicht richtig, dass die Produkte in Belgien verboten werden. Es ist jedoch richtig, dass Anleger geschützt werden müssen. Jedoch sollte dem Informierten Trader der Zugang nicht verwehrt werden. Nur wo soll man da anfangen? Bei einem Werbeverbot wie in Frankreich? Das wäre vielleicht eine Lösung. Sie schreiben doch hin und wieder auch über den CFD Verband. Vlt. können Sie da eine Stellungnahme erfragen? Das wäre doch mal interessant wie die deutschen Interessenvertreter das sehen.
    Macht weiter so. Vielen Dank

  2. Alex sagt:

    Aus meiner Sicht liegt die Sorgfaltspflicht beim Broker. Wer sich nicht dran hält und unbedarfte Kunden ein Brokerkonto eröffnen lässt muss mit scharfen Sanktionen bestraft werden. Insofern sollte man sich die Broker anschauen, welche nicht integer agieren.

  3. Benno sagt:

    Hallo, ich bin es nochmal. Also, ich selbst möchte weiterhin die Möglichkeit haben mit CFDs handeln zu können. Dementsprechend bin ich gegen ein generelles Verbot. Denn ich möchte mich nicht bevormunden lassen. Ich kenne die Risiken und weiss damit umzugehen. Fakt ist aber auch, dass der Großteil der Anleger Geld verliert. Das liegt ja nicht am Broker. Der Broker stellt ja nur ein „Werkzeug“ zur Verfügung. Ich stimme Alex zu indem die Broker, die mit reisserischen Versprechen versuchen Kunden zu gewinnen, sanktioniert werden sollten. Also eine intensivere Beobachtung der Geschäftspraktiken der Broker durch die Aufsichtsbehörden.

  4. John sagt:

    Ich kenne Broker, bei denen kann man kein Geld verlieren. Stops werden abgefischt und bei den Ausführungen wird beschissen. Dies sollte verboten werden und eine „Blacklist“ erstellt werden. CFD-Portal: Erstellt doch so eine Blacklist und macht dies öffentlich. Das wäre doch mal was.

  5. benno sagt:

    Du meinst wohl, „Broker bei denen man kein Geld verdienen kann“… Welche Broker meinst Du?

  6. Hallo!

    Ich trade selbst seit Jahren aktiv Futures, weil das der kostengünstigste, fairste und seriöseste Handel ist. Dennoch von Verboten halte ich generell nicht viel. Und am wenigsten wird es der Politik dabei um den Schutz der Kunden gehen. Das ist wieder nur ein vorgeschobenes Argument.

    Am Ende geht es immer um das Geld, welches der Staat immer dringender braucht. Wobei dann dieses Verbot nicht sofort einleuchtet. Doch dazu haben sie bei finanzmarktwelt.de eine plausible These aufgestellt. Das Stichwort in diesem Zusammenhang heißt Börsensteuer.

    Die Leute können sich heute sehr gut und genau informieren, da muss nicht gleich überall alles reglementiert werden…das Wort Bevormundung ist hier ja schon gefallen bei den Kommentaren 😉

    PS: Spätestens, wenn die Grünen und die SPD das Sagen in diesem Land haben, ist ein solches Verbot auch bei uns nicht mehrt weit…

    Grüße
    I Henrik

  7. Dom sagt:

    Hallo Henrik, der Link geht nicht. Kannst Du den Link nochmal posten. Danke Dom

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*