CFDs erfahren weiterhin einen Aufschwung. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Ausgabe der CFD-Marktstatistik, die das CFIN Research Center for Financial Services regelmäßig im Auftrag des Contracts for Difference Verbands e.V. (CFD-Verband) erhebt.
So wurde mit CFDs im zweiten Quartal 2025 ein um 19 Prozent höheres Volumen gehandelt als noch im ersten Jahresviertel. Noch stärker fiel das Plus im Vergleich zum Vorjahresquartal aus, um mehr als 73 Prozent ging es mit dem Volumen gegenüber dem Vergleichszeitraum nach oben.
Die Zahlen für das zweite Quartal dieses Jahres, die auf einer Hochrechnung für den Gesamtmarkt auf Basis der Daten der CFD-Anbieter comdirect, consorsbank, flatexDEGIRO, GBE brokers, IG Europe, SBroker, ViTrade, WH Selfinvest und XTB basieren, zeigen, dass sich die Nachfrage nach CFDs hierzulande einem Niveau annähert, das für die Monate April bis Juni zuletzt im Jahr 2021 erreicht wurde. ?Wir bewegen uns bei den CFD-Handelsvolumina langsam wieder auf einem Level wie während der Corona-Pandemie ? und in dieser Phase waren die Trading-Aktivitäten an der Börse wohlgemerkt überdurchschnittlich groß ausgefallen?, ordnet Tobias Stöhr, Vorstand des CFD-Verbands, die Zahlen ein.

Ursächlich für den Nachfrageschub sind zwei Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen. Auf der einen Seite hat das Ende der beschränkten Verlustverrechnung bei Termingeschäften, für das sich der CFD-Verband in großem Umfang engagiert hat, dafür gesorgt, dass wieder viele Anlegerinnen und Anleger den Handel mit Differenzkontrakten aufgenommen haben. Viele von ihnen hatten sich wegen der zurecht vielfach angezweifelten Steuerpraxis zwischenzeitlich von CFDs abgewendet oder ihre Handelsaktivitäten zumindest stark limitiert. ?Dass der Zuspruch im zweiten Quartal derart groß ausgefallen ist, unterstreicht einmal mehr, wie beliebt Differenzkontrakte hierzulande sind ? und wie sinnvoll es war, dass der CFD-Verband sich für die Interessen deutscher Anleger und für ein Ende der steuerlichen Benachteiligung, die die Verlustverrechnungsbeschränkung mit sich brachte, eingesetzt hat?, erklärt Tobias Stöhr. Neben dem Aus der begrenzten Verlustverrechnung war auch das Marktumfeld ausschlaggebend für eine höhere Nachfrage im zweiten Quartal: Mit hoher Volatilität verbundene Ereignisse wie etwa der von US-Präsident Donald Trump mit der Verkündung von Strafzöllen versehene ?Liberation Day? im April haben eine erhöhte Handelsbereitschaft mit sich gebracht.
?Anleger sind sich offenbar im Klaren darüber, dass sich schwankungsintensive Phasen an der Börse mit CFDs besonders gut nutzen lassen, da sie mit ihnen sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen und somit auch umfangreiche Absicherungsstrategien umsetzen können?, so CFD-Verbands-Vorstand Tobias Stöhr weiter. Gerade an Ereignissen wie dem ?Liberation Day? lasse sich die Stärke von CFDs in diesem Bereich festmachen. So hatte US-Präsident Donald Trump schon lange vorher angekündigt, an jenem Tag die Strafzölle für viele Importe aus anderen Nationen mitunter drastisch zu erhöhen. So gesehen waren Markteilnehmer also vorbereitet. Wie aber genau die Reaktion an den Börsen aussehen würde, ließ sich im Vorfeld nicht absehen. Mit CFDs konnten sich Nutzer allerdings gegen Kursbewegungen absichern, die ihrer eigentlichen Erwartung der Marktentwicklung entgegenstehen würden. So hat ein Investor, der grundsätzlich eher mit steigenden Märkten rechnet und ein entsprechendes Aktien- und ETF-Portfolio hält, sich mit einem Short-CFD auf die jeweiligen Positionen oder auf einen entsprechenden Aktienindex kostengünstig für das gegenläufige Szenario absichern können.
Die meist gehandelteten CFDs
Auch im zweiten Quartal dieses Jahres bleiben die Favoriten der Anleger zumeist dieselben: Aktienindizes waren der beliebteste Basiswert beim Einsatz von CFDs; knapp 83 Prozent des gehandelten Volumens gingen auf das Konto von Kontrakten auf DAX, Dow Jones und Co. Dagegen haben Devisen als Basiswert deutlich an Attraktivität eingebüßt: Statt 14 Prozent wie im Vorjahr entfielen diesmal nur knapp 7 Prozent auf den Forex-Handel. Dafür haben CFDs auf Rohstoffe, also etwa auf Gold, Silber oder Öl, ihren Anteil auf etwa 10 Prozent erhöht. Ursächlich dürfte hier vor allem der bereits seit Jahresbeginn anhaltend steigende Trend bei den Edelmetallen sein.
Die Anzahl von Transaktionen mit CFDs auf Kryptowährungen erreicht erstmals einen Anteil von fast zwei Prozent. ?Anhand von Krypto-CFDs lässt sich wie überhaupt am Kapitalmarkt festmachen, dass Bitcoin und Co mittlerweile von einem Großteil der Anleger als interessante Assetklasse angesehen werden?, sagt Tobias Stöhr. Allerdings spiegeln sich die Volumina mit Krypto-CFDs noch nicht im gleichen Maße in der Statistik wider. Mit anderen Worten: In punkto Krypto verhalten sich CFD-Nutzer zurückhaltender, wenngleich zu erwähnen ist, dass die Regulierungsbehörden im Jahr 2018 für den Handel mit CFDs auf Kryptowährungen in der EU den maximal erlaubten Hebel auf 2 limitiert haben.
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