18. Januar 2013, 11:55

DAX doch mit dem nächsten Anlauf?

Viele Investoren haben sich nach den mittelprächtig aufgenommen Quartalszahlen aus den USA gefragt, wo denn der Schwung für DAX und Dow herkommen soll. Entsprechend sah es beim DAX zuletzt auch nicht überragend aus. Doch nicht nur die Vorgabe des Dow von gestern Abend stimmt mit plus 84 Punkten, vor allem die Vorgaben aus China stimmen. Denn dort ist die Wirtschaft im vierten Quartal stärker gewachsen als angenommen. 2013 könnte sich China also wieder als Wachstumslokomotive entpuppen und zusammen mit einer Erholung der europäischen Ökonomien im zweiten Halbjahr die Märkte ziehen. Der DAX liegt entsprechend bei 7738 Punkten vorbörslich stabil im Markt.

 
Nikkei bei fast 11000
 
Nur eine kurze Pause hat sich der japanische Aktienmarkt gegönnt, schon dreht er wieder rasant nach oben. Warum? Zum einen wegen der Daten aus China, zum anderen aber wegen des Yen. Der liegt zum Euro bei 120,60 Euro, der kleine Knick der Wochenmitte war nicht mehr als eine technische Reaktion. Der US-Dollar springt zum Yen das erste Mal seit Monaten über 90 Yen, setzt ebenfalls den Trend weiter fort. Japan ist die momentan spannendste Volkswirtschaft und die Investmentbank Goldman Sachs setzt in ihrem viel beachteten Jahresausblick noch einen drauf: Für 2014 erwartet man das erste Mal seit Ewigkeiten eine Inflation in Japan und das mit 1,9 Prozent sogar vergleichsweise deutlich.
 
Ölpreise sehr fest
 
Was der Yen unter den Devisen, das ist WTI am Ölmarkt: Viel beachtet. Denn die US-Sorte zieht deutlich an, kostet jetzt über 96 US-Dollar. Brent dagegen pendelt weiter um die 111-Dollar-Marke, liegt aber trotzdem auch fest im Markt. Die positiven Wirtschaftsdaten speziell in den USA treiben einfach an, heute kommen um 15.55 Uhr nochmals Daten vor dem Wochenende, die den Markt entscheiden könnten. Denn dann liegt das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für Januar an.  An den Quartalszahlen von Intel kann die Euphorie übrigens nicht liegen, der Chiphersteller schwächelt bei Umsatz und Gewinn, kann den Dreh von Desktoprechnern und Laptops hin zu Tablets nicht ausnutzen. Wieder einmal kamen die Zahlen eines Unternehmens übrigens vor Börsenschluss heraus, wenn auch nur ganz knapp. Die Aktie reagierte dennoch mit einem dreiprozentigen Kursplus, das sie nachbörslich dann aber wieder abgab.
 
Thyssen will mehr
 
Oh je. Die Aktionäre von Thyssen hatten die berechtigte Hoffnung, dass die Episode der Stahlwerke in Brasilien und den USA ein Ende mit Schrecken finden würde. Nun will Thyssen aber höhere Gebote von Arcelor und CSN sehen. Denn abgeschrieben sind die Werke auf einen Buchwert von 3,9 Milliarden Euro, bisher sechs Milliarden Buchwertverlust damit. Mehr will man aber nicht in Kauf nehmen, so der Konzern. Ob dies dem Aktienkurs gut tut, darf bezweifelt werden, Denn gedanklich hatten sich einige Investoren schon über einen möglichen schnellen Verkauf gefreut.

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