Was ist los bei ayondo?

Ayondo steckt in Schwierigkeiten. Der Handel mit der ayondo-Aktie wurde an der Börse Singapur (SGX) ausgesetzt. CEO Robert Lempka hat das Unternehmen verlassen.

Was ist los beim deutschen Social-Trading Pionier? Anfang 2018 schien es für das Unternehmen noch gut zu laufen. Ende März debütierte das Unternehmen an der Börse Singapur (SGX). Fast 81 Millionen Aktien wurden zu 0,26 SGD je Aktie gezeichnet. Die Marktkapitalisierung lag zum Börsengang bei ca. 85 Mio. Euro (130,7 Mio. Singapur-Dollar). Knapp ein Jahr später hat sich der Börsenwert pulverisiert. Der letzte Kurs lag bei 0,05 SGD und der Handel mit der Aktie an der SGX ist seit dem 29.01.2019 ausgesetzt (Listing Bloomberg).

Vorher gab es aber schon eine Reihe an schlechten Nachrichten. Der Finanzbericht für das 3. Quartal 2018 fiel ernüchternd aus. Mit 25.000 aktiven Kunden konnten Erlöse von 4 Mio. CHF erzielt werden. Diese lagen jedoch um 23% unter denen des Vorjahres (Q3 2017: 5,2 Mio. CHF). Gleichzeitig fiel ein Verlust von 1,6 Mio. CHF an. Im laufenden Jahr 2018 stieg der Verlust damit auf 10,9 Mio. CHF. Auch die Neukundenentwicklung verlief nicht nach Plan. Per Saldo war die Anzahl der aktiven Kunden gegenüber dem Vorjahresquartal um 1% gesunken (die Quartals-Zahlen gibt es unter dem Link).

Der damals noch amtierende CEO Robert Lempka begründete die schlechte Performance des Unternehmens u.a. mit den neuen ESMA-Regularien, die am 1. August 2018 in Kraft getreten waren. Am 23. Januar gab ayondo die Trennung vom langjährigen CEO Robert Lempka bekannt.

Im Ergebnis eine ganze Reihe an schlechten Nachrichten bei ayondo. Die Frage ist nun, wird das operative Geschäft durch diese augenscheinlichen Probleme betroffen sein? ayondo arbeitet zum Beispiel mit einigen Introducing Brokers (IBs) wie cfds.com, BUX, Activotrade Valores zusammen. Bei der niedrigen Marktkapitalisierung wäre es möglich, dass ayondo von einem dieser IBs übernommen wird.

Update 15.02.2019: ayondo Ltd. wird wohl an BUX Holding B.V. verkauft

Wir hatten es vor einigen Tagen schon vermutet, dass ayondo zum Übernahmekandidaten wird. Nun wurde bekannt, dass ayondo Gespräche über den Verkauf der britischen Unternehmenstochter ayondo Ltd. an den niederländischen FinTech-Anbieter BUX führt. Ayondo Ltd. verfügt in Großbritannien über eine Lizenz der FCA und ist der Abwickler bzw. Market-Maker hinter der Social Trading Plattform von ayondo. Interessant an dieser Konstellation ist, dass BUX eigentlich als sog. Introducing Broker ein Vertriebspartner von ayondo ist.

Die Gespäche haben schon zu einem Letter-of-Intent geführt, der freilich noch nicht bindend ist. Außerdem wird die britische Finanzaufsicht FCA unter deren Aufsicht die britische ayondo Ltd. steht, noch ihren Segen dazu geben müssen.

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