Betrugsverdacht: CFD-Broker World Spreads ist pleite

Seit dem 18. März 2012 befindet sich der CFD-Anbieter World Spreads im Insolvenzverfahren. Inzwischen werden die Endabrechnungen der Kunden erstellt und per E-Mail versendet. Sofern die hinterlegte E-Mail-Adresse nicht mehr verwendet wird oder die E-Mail nicht zustellbar ist, wird die Endabrechnung in Papierform versendet.

FSCS entschädigt Anleger bis zu 50.000 Pfund

Die Kunden haben dem Insolvenzverwalter dann mitzuteilen ob dem Saldo der Endabrechnung zugestimmt wird, damit der Schadensersatzanspruch mit dem Einlagensicherungsfonds des Vereinigten Königreichs abgeklärt werden kann. Das Financial Services Compensation Scheme (FSCS) entschädigt Kunden für Einlagen bis zu einer Höhe von 50.000 britischen Pfund (umgerechnet ca. 60.555 Euro). Sobald alle notwendigen Daten vorliegen, werden die Kunden vom FSCS selbst kontaktiert, eine Kontaktaufnahme von Seiten des Kunden ist also nicht notwendig.

Fehlbetrag in Höhe von 13 Millionen Pfund entdeckt

Was zu der Insolvenz führte ist bislang noch nicht vollständig geklärt. Offenbar wurde ein Fehlbetrag in Höhe von 13 Millionen britischen Pfund in der Buchhaltung entdeckt, der fast der Hälfte der Kundengelder in Höhe von 29,7 Millionen britischen Pfund entspricht. Die Einlagen der 15.000 Kunden von World Spreads hätten laut Regulierung aber in separaten Konten verwaltet werden müssen.

Nachdem die Lücken in der Buchhaltung bekannt wurden, musste der Handel mit den Aktien des Unternehmens ausgesetzt werden. Angeblich hatten leitende Angestellte von World Spreads über ein Jahr lang den Aktienkurs künstlich in die Höhe getrieben und so Anleger betrogen. Inzwischen untersucht auch die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA (Financial Services Authority) den Fall.

Interessant ist, dass der Geschäftsführer Conor Foley eine Woche vor der Insolvenz und der Leiter der Finanzabteilung Niall O’Kelly im Februar zurückgetreten sind. Conor Foley ist der Gründer von World Spreads und war Hauptanteilseigner. Über einen Pressesprecher ließ er jedoch ausrichten, seine Entscheidung zum Rücktritt stehe in keinem Zusammenhang mit der Insolvenz von World Spreads. Er habe genau wie die restlichen Vorstände erst am Freitag vor der Insolvenz von den Unregelmäßigkeiten erfahren.

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