21. Dezember 2012, 19:39

Wird die Yen Schwäche 2013 anhalten?

Von Oliver Bossmann, Marktanalyst ETX Capital

Nachdem in Japan die Liberal Demokratische Partei (LDP) unter Führung von Shinzo Abe die Parlamentswahlen gewonnen hat, könnte unter Umständen wieder neuer Schwung im Kampf gegen die seit Dekaden anhaltende Deflation aufkommen. Der neu gewählte japanische Regierungschef Abe hatte sich nach seinem Sieg klar geäußert, dass die japanische Wirtschaft und der starke Yen die höchste Priorität unter seiner Regierung erhalten. Analysten interpretieren die Aussagen von Shinzo Abe dahingehend, dass wahrscheinlich der Druck auf die Bank of Japan (BoJ) erhöht werden wird, unlimitiert frische Yen in die Wirtschaft zu pumpen, um Inflation zu erzeugen. Dazu passt, dass die Amtsperiode des momentanen Notenbank-Gouverneurs Masaaki Shirakawa im April 2013 ausläuft. Es wird auch hier ein Personalwechsel vonseiten der Analysten erwartet, denn die Regierung nominiert den neuen BoJ Gouverneur.

Der neue japanische Regierungschef hat sich schon dafür ausgesprochen, dass die BoJ das Inflationsziel auf zwei Prozent erhöhen sollte. Allgemein könnte man vermuten, dass die Geldpolitik der LDP einer der wichtigsten monetären Events in 2013 werden könnte. Nun hat der Devisenmarkt schon stärker auf den Regierungswechsel reagiert, indem der Yen in den letzten Wochen gegenüber den wichtigsten Währungen an Wert verloren hat. So konnte der Kurs des Devisenpaares USD/JPY nach einem seit Wochen anhaltenden Aufwärtstrend die Kursmarke von 84 Yen erreichen. Damit befindet sich das Währungspaar nach einer knapp zweijährigen Bodenbildung vor einem wichtigen charttechnischen Widerstand. Gegen einen dynamischen Ausbruch des USD/JPY-Kurses, und damit gegen ein wesentlich schwächeren japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar, könnte jedoch die ebenfalls superexpansive Geldpolitik der Fed sprechen, die bis 2015 anhalten soll, laut Aussagen von Ben Bernanke.

Angesichts der weltweit stattfindenden Gelddruckerei könnte sich die Suche nach starken Währungen schwierig gestalten, jedoch könnte sich im Jahr 2013 der Austral-Dollar eventuell als eine starke Währung erweisen. Sollte sich herausstellen, dass die chinesische Wirtschaft ihren zyklischen Boden erreicht hat und sich die Nachfrage nach Metallen und anderen Rohstoffen weiter erholt, dann könnten vor allem Rohstoffwährungen vielleicht Aufwertungspotential besitzen. Experten schätzen, dass die chinesische Wirtschaft im nächsten Jahr mit sieben Prozent wachsen könnte. Auch könne noch nicht von einer Immobilienblase in China gesprochen werden, solange die Landflucht weiter anhält und die urbanen Zentren stark wachsen würden. All das spräche dafür, dass die australische Wirtschaft als wichtiger Rohstofflieferant im Bereich Metalle und Kohle im Jahr 2013 davon verstärkt profitieren könnte.

 

Ein Blick auf den langfristigen Chart des AUD/JPY zeigt, dass auch hier der Kurs vor wichtigen charttechnischen Widerständen steht, die erst einmal nach oben überwunden werden müssen. Fundamental könnte möglicherweise das klassische Carry-Trade Devisenpaar AUD/JPY von der Zinsdifferenz Rückenwind erhalten. In Japan stehen die Notenbankzinsen nahe Null, während die Zentralbankzinsen in Australien bei drei Prozent liegen.

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