31. Januar 2013, 17:51

Wertewandel bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank verspricht für die Zukunft einen Kulturwandel im Hause und will sich anders positionieren. Im vierten Quartal gab es aber leider einen Wertewandel der etwas anderen Art. Denn ein Verlust von per Saldo 2,15 Milliarden Euro ist ein hartes Brot, vor allem wenn man die florierenden US-Banken dagegen hält. Im Gesamtjahr hat man mit 665 Millionen Euro 85 Prozent weniger verdient als im Vorjahr. Immerhin soll die Dividende stabil bei 75 Cent bleiben. Der Kursverlauf heute dürfte spannend werden. Erholt sich die Aktie im Tagesverlauf, so dürften Investoren der Bank den Kulturwandel und vor allem auch den Wandel im Ergebnis 2013 abnehmen. Wenn nicht, könnten harte Wochen vor der Bank und ihrem Aktienkurs stehen. Den DAX belastet die Bank nur wenig, er liegt vorbörslich bei 7789 Punkten nur 21 Zähler im Minus.

 
Schlechter Start
 
Kaum besser als die Deutsche Bank macht es Infineon. Zwischen Oktober und Dezember hat man 86 Prozent weniger als im Vorquartal verdient, kommt nur noch auf 19 Millionen Euro. Doch das laufende Quartal soll besser werden, man erhofft sich zudem Rückenwind von den eigenen Sparmaßnahmen und einem besseren Absatz. Bei Halbleiterherstellern ist es im Übrigen usus, die Ergebnisse nicht mit dem Vorjahr sondern mit dem Vorquartal zu vergleichen. Zurückzuführen ist dies auf stark schwankende Preise und damit eine bessere Vergleichbarkeit.
 
Realität oder Hoffnung?
 
Das war ein verdammt harter Treffer, der aber kaum Wirkung hinterlassen hat: Die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal leicht geschrumpft, doch die Märkte haben dies mit einem nur kleinen Rücksetzer zur Kenntnis genommen. Sie ziehen sich weiterhin daran hoch, dass die US-Notenbank Anleihen kaufen will und an ihren massiv expansiven Politik nichts ändert. Ben Bernanke machte gestern einmal mehr klar, dass ihm die positive Entwicklung am Arbeits- und Häusermarkt bei Weitem nicht genügt, er zudem keine Inflationsrisiken erkennen kann. Das Gelddrucken kann also weitergehen und die Märkte sind mit Treibstoff versorgt. Einziges Problem: Die Rally ist so weit fortgeschritten, dass die Indikatoren speziell für die USA etwas Erlahmung zeigen, besonders gilt die für die Nasdaq.
 
Daten am Donnerstag
 
Nachdem Facebook gestern nachbörslich mit seinen Zahlen halbwegs überzeugen konnte, vor allem den Dreh Richtung mobile Geräte zu schaffen scheint, sind heute Mastercard, Dow Chemical und Potash mit ihren Zahlen dran. Konjunkturell gibt es um 14.30 Uhr die persönlichen Einkommen und Ausgaben in den USA, dazu die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie um 15.45 Uhr den Einkaufsmanagerindex aus Chicago. Dieser wird mit rund 50 Punkten nach zuvor 48,9 erwartet. Wichtig sind die Daten vor allem für den Dollar. Er schwächelt deutlich gegen den Euro, liegt bei 1,355, was Goldpreis und Ölpreise nach oben zieht. 

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