12. Februar 2019, 15:00

Marktkommentar: USDIDX steigt achten Handelstag in Folge

  • CHF erlebte an breiter Front einen Mini ?Flash Crash?
  • USD gewinnt als sicherer Hafen an Attraktivität
  • Britische BIP-Daten für Q4 2018 enttäuschen
  • DE30 profitiert von positiven Nachrichten

Am Devisenmarkt sorgte am Montag direkt zur Markteröffnung in Tokyo die breite CHF-Abwertung für Unruhe. USDCHF stieg um 1% auf 1,0098, den höchsten Stand seit November. Bei anderen CHF-Paaren waren ähnliche Reaktionen zu beobachten, allerdings handelt es sich nur um kurzlebige Bewegungen, da bereits innerhalb einer Stunde die gesamten Verluste wieder ausgeglichen wurden. Verantwortlich für den Mini ?Flash Crash? soll die geringe Liquidität aufgrund des Feiertages in Japan (Gedenktag der Reichsgründung) gewesen sein. Solche Szenarien könnten an die Entwicklungen von 2015 erinnern, als die Schweizerische Nationalbank (SNB) beim EURCHF ihren festgelegten Mindestkurs von 1,20 aufgab und daraufhin eine Abwertung von mehr als 20% verursachte. Beim jüngsten Vorfall hielten sich die Bewegungen jedoch im Rahmen.

Des Weiteren bietet die Wiederbelebung des USD Gesprächsstoff. Der USDIDX (Korb gegen sechs Währungen) geriet aufgrund einer plötzlichen geldpolitischen Wende der Fed, hin zu einer dovischen Haltung, Anfang des Jahres unter Druck. Dennoch ist bei der US-Währung eine 8-Tagesrallye zu beobachten. Dies ist der stärkste Anstieg seit sechs Monaten und die Verluste von 2019 konnten zudem wieder ausgeglichen werden. Der USD scheint ähnlich wie der JPY oder Gold als ?sicherer Hafen? an Attraktivität zu gewinnen. "Da die USA den Gegenwind in Form von Handelsspannungen, globalen Wachstumsängsten, nachlassenden fiskalischen Impulsen im Inland und politischer Unsicherheit in Washington bekämpfen, ist der Dollar sicherlich anfällig für Abwärtsschocks?, sagte Research Analyst Lukman Otunuga. Der aktuelle Status des USD kann also nur aufrechterhalten werden, solange die US-Wirtschaft Europa und Asien weiterhin outperformt und sich die eingehenden Daten nicht verschlechtern.  

Die gestrigen Daten aus Großbritannien enttäuschten und schüren inmitten des ungeklärten Brexits die Sorgen um eine weitere Verlangsamung. Im letzten Quartal 2018 wuchs die britische Wirtschaft mit 0,2% etwas schwächer als erwartet, wobei das negative Wachstum von -0,4% vom Dezember hervorzuheben ist. Je näher wir uns dem offiziellen Austrittstermin am 29. März nähern, desto mehr nimmt die Unsicherheit zu. Dies spiegelte sich auch in den Unternehmensinvestitionen wider, die zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2008 ein viertes Quartal in Folge rückläufig waren. Die Bank of England signalisierte vergangenen Woche Zurückhaltung und passte ihre Wachstums- und Inflationserwartungen nach unten an, während Experten vor einer möglichen Rezession warnen. Theresa May wird heute den Abgeordneten im britischen Parlament ein Update zu den Fortschritten bei den Verhandlungen mit der EU liefern. Es wird erwartet, dass die Premierministerin versuchen wird, mehr Zeit für das Ausarbeiten eines Deal zu gewinnen.

Der DE30 konnte sich am Montag von seinen jüngsten Verlusten etwas erholen, sodass bereits zur europäischen Eröffnung ordentliche Anstiege zu erkennen waren. Allerdings kämpfte der deutsche Leitindex bis zum Abend mit der psychologisch wichtigen 11.000 Punkte-Marke. Viele Marktteilnehmer blieben daher skeptisch und schienen auf einen richtungsweisenden Impuls zu warten. In Washington konnte man sich beim Haushaltsplan auf einige Grundsätze einigen, was die Chancen auf eine Vermeidung einer erneuten Stilllegung der Regierung steigen lässt. Des Weiteren sagte Kellyanne Conway, Beraterin des US-Präsidenten, gestern Fox News, dass ein Deal, um den Handelskonflikt zwischen den USA und China zu beseitigen, greifbar nahe ist und dass Donald Trump sich bald mit Xi Jinping treffen will. Der DE30 profitierte daher ähnlich wie die Wall Street während der heutigen Asien-Sitzung von einer höheren Risikobereitschaft und notiert wieder oberhalb der 11.100 Punkte.

Der erste Monat des neuen Jahres ist vorbei. Wie können sich Anleger auf die restlichen Monate und die möglichen Gefahren für die Märkte – z.B. ein "harter" Brexit, ein Italexit oder weitere Handelskonflikte – einstellen? Die Antworten liefert der Sonderbericht 7 mögliche Desaster in 2019.
Jetzt kostenfrei herunterladen. ???????
 

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen in den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine mündliche Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Risikohinweis

CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 80% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Handlungsansätze von XTB dar.

Kommentare sind geschlossen.

Maximilian Wienke

Maximilian Wienke ist als Marktanalyst bei XTB Deutschland tätig. Er befasst sich mit Indizes, Devisen, Rohstoffen, Kryptowährungen und einzelnen Aktien. Der Zeithorizont ist dabei kurzfristig und richtet sich an Anleger mit einer moderaten oder spekulativen Risikoneigung.