8. April 2021, 17:13

DAX kann 15.200er Marke nicht halten – Verkaufsbereitschaft aber nicht wirklich spürbar

Weiterhin starke Wirtschaftsdaten, heute in Form der Auftragseingänge der deutschen Industrie, und gleichzeitig wieder fallende Renditen am US-Anleihemarkt nach der Veröffentlichung der Fed-Protokolle haben heute für eine grundsätzlich positive Stimmung an der Börse gesorgt. Dass der Deutsche Aktienindex im Handelsverlauf die 15.200er Marke nicht halten konnte, ist dabei nicht entscheidend. Viel entscheidender ist, dass trotz anhaltender Diskussionen um einen harten Lockdown in Deutschland erneut keine Verkaufsbereitschaft aufkommt. Das spricht für die Robustheit der Rally.

Große Teile der Wirtschaft befinden sich wegen der laufenden Restriktionen weiter in einer instabilen Verfassung. Bislang aber haben Notenbanken und Regierungen mit Konjunkturpaketen und neuen Schulden das Schlimmste verhindert. Es sind weniger Unternehmen in die Insolvenz gegangen als noch im vergangenen Jahr befürchtet. Die Geschäftsbanken sind ebenfalls in der Lage, ihren Aufgaben nachzugehen. Sie hadern eher mit taumelnden Hedgefonds und exzessivem Kredithandel. Die Börsen belohnen diese Entwicklung weiter mit neuen Allzeithochs. Auch wenn sich der DAX weiter schwer tut, die Gewinne vom Dienstag zu verteidigen, sollte nicht vergessen werden, dass er seit Jahresbeginn fast elf Prozent zulegen konnte.

Was die positiven Konjunkturdaten der vergangenen Wochen wert sind, dürfte auch die in der kommenden Woche in den USA anstehende Berichtssaison zeigen. Die Erwartungen für das erste Quartal wurden allesamt nach oben angepasst, genau wie auch die Börsenkurse schon vorweg gelaufen sind. Deshalb müssen die Unternehmen liefern, um die Investoren nicht zu enttäuschen. Dann wird sich zeigen, ob die fast schon euphorischen Anleger in der Tat richtig positioniert sind.

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Konstantin Oldenburger

Konstantin Oldenburger ist Relationship Manager bei CMC Markets in Frankfurt. Er hat sich auf Charttechnik spezialisiert und bedient sich dabei der Elliot-Wellen-Theorie sowie den Fibonacci-Zahlen.