11. Januar 2013, 11:32

Das sind Probleme

Die USA haben die wirtschaftlich schlimmsten Zeiten hinter sich. Nicht weil die Konjunkturindikatoren durch die Decke schießen. Da ist durchaus noch Luft nach oben wie man gestern auch an den Lagerbeständen und dem nach unten revidierten Phili-Fed-Index gesehen hat. Aber man findet Zeit, die Unterschrift des neuen US-Finanzministers Jack Lew ausführlich zu analysieren und für kindisch zu befinden. Eine Graphologin der Zeitung Washington Post befand die Unterschrift gar als sehr ähnlich zu jener von Prinzessin Diana. Daraus soll folgern, dass der Minister die US-Probleme in den kommenden Jahren sehr sanft lösen wird. Wenn mit sanft gemeint ist, dass weiter Geld gedruckt wird, dürften sich die Märkte sicher freuen.

 
Draghi immer für eine Überraschung gut
 
Die Märkte kehren wirklich zurück zur Normalität. Denn die einstimmige Ankündigung der EZB gestern, die Zinsen nicht senken zu wollen, hat primär den Euro beeinflusst und am Aktienmarkt weniger Folgen hinterlassen. Diese Entwicklung ist durchaus erstaunlich und sie bedeutet, dass die Aktienmärkte wieder etwas mehr Richtung harte Fakten wie Konjunktur und Quartalszahlen blicken, ein wenig unabhängiger von den Notenbanken werden. Ein wenig wohlgemerkt. Beim Euro sieht man zum Dollar bei 1,3264, dass jetzt der Weg nach oben geöffnet sein könnte. Vor allem aber ist er zum Yen auf 118 Yen explodiert und zum Franken tut sich Erstaunliches: Der Euro klettert aus eigener Kraft auf 1,2137 Franken. Damit könnte erstmals seit mehr als einem Dutzend Monaten der Druck auf den Euro weichen und der Schweizer Export entlastet werden.
 
Gute Geschäfte
 
Mit den US-Ölfirmen könnte eine Branche bei den Quartalszahlen auftrumpfen, die in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geraten ist. Denn Chevron rechnet für das vierte Quartal mit einem merklichen Gewinnanstieg. Vor allem zeigt man sich rundum zufrieden. Von der Förderung über Mineralölverarbeitung und Vertrieb – alle Zweige liefen offenbar gut. Nachdem Alcoa in dieser Woche den Anfang gemacht hatte gibt es nach ein paar Tagen der Ruhe die nächsten Quartalszahlen ab Montag, dann aber in rauen Mengen.
 
Rohstoffe volatil
 
Die Bewegung beim US-Dollar zum Euro bringt auch die Rohstoffe weiter in Schwung. Gold und Silber basteln weiter an ihrer Stabilisierung, was bei 1673 und 30,80 Dollar auch gut gelingt. Am Ölmarkt geht die Schere Stückchen für Stückchen zu. WTI kostet nun nur noch 17,5 Dollar weniger als Brent, befindet sich im moderaten Aufwärtstrend wogegen Brent bei rund 111 Dollar jetzt fast festgezurrt scheint. Platin hat jüngst übrigens so stark aufgeholt, dass die Notiz mit 1633 Dollar wieder fast auf Gold-Niveau liegt. 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.