19. Dezember 2012, 11:50

Zeitenwende ist vollbracht

Die Volatilitätsindizes auf dem Niveau von 2007, Gold im Rückwärtsgang, ein Euro im Höhenflug – der Markt schreit förmlich nach Risiko. Heute früh sieht man dies besonders gut, denn alle Anlageklassen sind seit gestern nochmal richtig gut angesprungen, nur die Edelmetalle schwächeln. Offenbar ist der Wunsch nach Sicherheit völlig in den Hintergrund getreten, daher trennen sich Investoren nun von Gold. Der Preis fällt auf 1674 Dollar aktuell und auch Silber fällt mit 31,70 Dollar gleich hinterher. Der DAX dagegen will weiter aufwärts – er notiert vorbörslich bei 7670 Punkten und der MDAX hat die 12000er-Marke geschafft.

Devisenmarkt in Unruhe
Damit hatten wohl vor Wochen noch die Wenigsten gerechnet: Die Risikosuche ist auch am Devisenmarkt so groß, dass man Euro kauft was das Zeug hält. 1,3236 kostet er zum US-Dollar, so viel wie seit Mai nicht mehr. Damit sehen einige Händler schon Kursziele von 1,34 oder 1,35 Dollar für die kommenden Wochen in Reichweite. Die voraussichtliche Einigung im US-Haushaltsstreit gefällt offenbar, dazu die Tatsache, dass man in Europa womöglich gar nicht am stärksten Geld drucken muss. Denn dies sagt auch die Entwicklung bei Euro-Yen aus: Es geht immer weiter nach oben. 111,57 Yen sind jetzt für einen Euro fällig und im gleichen Atemzug profitiert der japanische Aktienmarkt von der Yen-Schwäche: Der Nikkei schießt auf 10160 Punkte nach oben. Klar, denn Exporteure freut die schwächere Währung.
Achtung bei den Daten
Ein positiver Ifo-Geschäftsklimaindex könnte die Jahresendrally nochmals forcieren. Er steht heute am Vormittag an und wird bei 102 Zählern nach 101,4 zuvor erwartet. Die Geschäftsperspektiven und die aktuelle Lage sollten sich zum November kaum verändert haben, so die Schätzung. In den USA ist dann um 13 Uhr der MBA-Hypothekenindex dran, nachdem der NAHB-Hausindex gestern gut ausgefallen war. Weiter geht es um halb drei mit den Wohnbaugenehmigungen und Wohnbaubeginnen für November. Diese Zahlen könnten durch Hurrikan Sandy durchaus positiv beeinflusst sein – es werden 876000 Genehmigungen erwartet.
Apple und Nokia
Nach etlichen Tagen und Wochen, in denen Apple und Nokia entgegengesetzte Wege einschlugen, hat man sich jetzt für einen Gleichlauf entschieden. Kurz vor Weihnachten laufen beide Technologiekonzerne / Smartphonehersteller. Bei Apple ging es gestern intraday von 518 auf 533 Dollar nach oben – an die alten Unterstützungslinien im Chart heran. Nokia dagegen beschleunigt den Aufwärtstrend, legt jetzt auf 3,20 Euro zu und wird mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht. Denn operativ gab es bei den Zahlen bisher noch keine richtigen Signale einer Wende – doch der Markt hofft eben, will Risiko und begründet den Kursanstieg beispielsweise mit dem Wert der Patente bei Nokia. Doch diesen Wert kannte man eigentlich auch schon, als die Aktie weit unter 3 Euro notierte.

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