19. April 2012, 12:31

Morning Call vom 18.04.2012 von Michael Hewson, FX-Analyst von CMC Markets

Spanien beschafft sich kurzfristig frisches Geld

Innerhalb der Eurozone gibt es teilweise gute Nachrichten. Beim gestrigen Anleihetausch konnte sich Spanien für kurzfristige Papiere neues Geld sichern, wobei die Renditen für zehnjährige Anleihen wieder unter die Marke von 6% fielen. Dennoch liegt dieser Wert höher als zuvor. Ein wichtigerer Test wird aber der für morgen anvisierte Verkauf der zehnjährigen Anleihen sein. Es besteht zudem die Sorge, dass die neuerlichen Einschnitte im spanischen Haushalt eine zusätzliche Belastungsprobe für das Land darstellen werden.

In Italien kämpft derweil Premier Monti mit Widerstand seitens der Opposition und den Gewerkschaften. Nach wie vor gilt der Arbeitsmarkt als zu unflexibel. Am Montag wird Monti zudem wohl bestätigen müssen, dass Italien, wie vom IWF bereits verlautbart, seine Ziele zur Reduktion des Defizits für die Jahre 2012 und 2013 verfehlen wird.

Positiv aufgenommen wurden die Ankündigungen aus Japan, Dänemark, Norwegen und Schweden, dem IWF mehr Mittel im Gesamtvolumen von 86 Mrd. US-Dollar zukommen zu lassen. Dies schürt Hoffnungen, dass weitere Länder diesem Beispiel folgen könnten. Zudem steht das Frühjahrstreffen des IWF diese Woche an.

Chefin Christine Lagarde bemüht sich darüber hinaus, die USA als größtem Beitragszahler für die Zahlung von 400 Mrd. US-Dollar zu bewegen. Damit wäre ein positives Signal gesetzt, nachdem auch die EU bereits zusagte, ihren Rettungsfonds weiter aufzustocken. Doch muss erwähnt werden, dass die besagte Erhöhung seitens der EU aus Sicht der USA als viel zu mager erachtet wird und es bleibt abzuwarten, ob die IWF-Chefin mit ihrer Bitte auf Wohlwollen stoßen wird.

EURUSD – der Euro legt derzeit eine Dreieckskonsolidierung bezogen auf die Hochs aus diesem Jahr und den Februartiefs an den Tag. Eine Widerstandszone befindet sich bei 1,3330 und eine Unterstützung tritt bei 1,3035 auf. Der 55-Tage MA bildet weiterhin einen Widerstand bei 1,3210. Für Verkäufe bis auf die gegenwärtigen Jahrestiefs bei 1,2630 ist ein Abrutschen unter 1,2975 erforderlich. Am oberen Ende der Skala würde schließlich ein Ausbruch oberhalb von 1,3400 den 200-Tages MA bei 1,3525 ins Blickfeld rücken.

GBPUSD – eine Unterstützung bildet nach wie vor die Trendlinie von den Januartiefs bei 1,5245. Diese Linie befindet sich derzeit bei 1,5835. Es wäre ein Abrutschen unter 1,5800 erforderlich, um die Marke von 1,5700 wieder anzuvisieren. Die Möglichkeit eines sogenannten Golden Cross, bei dem der 50-Tage MA den 200-Tage MA schneidet, würde eine Aufwärtsbewegung einleiten. Aber für eine Notierung bei 1,6000 und über dem 200-Tage MA muss zunächst eine nachhaltige Kursbewegung diesbezüglich erfolgen.

EURGBP – der Euro hat Schwierigkeiten, längerfristige Kursrallyes aufrecht zu erhalten und markierte Anfang dieser Woche bei 0,8210 aktuelle Jahrestiefs. Unterhalb von 0,8280 besteht das Risiko, auf die Tiefs aus dem Jahr 2010 bei 0,8065 abzurutschen. Oberhalb der Notierung von 0,8280 könnte ein Anstieg bis auf 0,8330 erfolgen. Hier findet sich ein Trendlinien-Widerstand bei den Februarhochs in Höhe von 0,8505.

USDJPY – aktuell ist der Wochenschlusskurs von Bedeutung. Es existiert eine Unterstützung innerhalb der Wolke bei 80,70. Oberhalb dieses Wertes stehen die Chancen für den US-Dollar trotz seines derzeitigen Wochentiefs bei 80,30 gut. Ein Kurs unterhalb von 80,70 hingegen würde zusätzliche Verluste bis auf 79,20 nach sich ziehen. Am oberen Ende der Skala muss die US-Währung wieder erfolgreich über 81,30 notieren, um nochmals den Bereich um 82,90/82,00 zu testen.

Quelle: http://www.cmcmarkets.com

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