5. April 2013, 12:16

Ist der Aufwind im EUR/USD-Kurs nachhaltig?

Von Oliver Bossmann, Marktanalyst

Der Tag der Notenbanken hat am Donnerstag deutliche Spuren im Markt hinterlassen. Begonnen hat die Bank of Japan mit ihrem neuen Frontmann Kuroda, der einen unerwartet aggressiven Weg in der Geldpolitik einschlug. Kuroda will in den nächsten zwei Jahren die Geldbasis verdoppeln und so die japanische Wirtschaft aus der Deflation führen. Das war, was der Markt hören wollte und dann auch schließlich bekam. Der USD/JPY-Kurs reagierte prompt auf die Verlautbarung von Kuroda und konnte zuletzt mit Kursen von 97,19 USD auf ein neues Dreijahreshoch steigen.

 

Ganz anders dagegen lief es nach der EZB-Sitzung. Als die Pressekonferenz der EZB begann, wurde der Euro stärker verkauft und schrieb infolge ein neues Dreimonatstief mit Kursen von 1,2746 USD. Doch nachdem klar wurde, dass Mario Draghi keine Zugeständnisse in Richtung Zinssenkung oder andere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen macht, da begann der EUR/USD-Kurs rasant zu steigen und konnte am Ende der Aufwärtsbewegung sogar die 1,2950 USD erreichen. Den Äußerungen des Zentralbankchefs war zu entnehmen, dass die EZB die Eurokrise nicht allein durch geldpolitische Maßnahmen lösen könne. Weiterhin fügte er hinzu, dass andere, wie etwa die Politik, ihre Aufgaben weiter wahrnehmen müssten. Damit meine er vor allem, weiter an Strukturreformen zu arbeiten, um so Nachhaltigkeit bei der Bewältigung der Eurokrise zu erreichen.

 

Laut Draghi sieht die EZB die Gefahr einer sich verstärkenden Konjunkturschwäche in der Eurozone im zweiten Halbjahr 2013. Die Inflation sieht die EZB auf mittlere Sicht weiterhin deutlich unter 2 Prozent. Zu Zypern sagte der EZB-Chef ganz klar und deutlich, dass es sich hier nicht um eine Vorlage für die Eurozone handle. Aufgrund des starken Aufwärtsimpulses im EUR/USD-Kurs im Anschluss zur Pressekonferenz der EZB könnte man der Meinung sein, dass sich so mancher Marktteilnehmer mehr von der EZB-Sitzung erhofft hatte und die Schließung von zuvor aufgebauten Short-Positionen das starke Intraday-Reversal verursachte.

 

Ob die Kursbewegungen im USD/JPY und im EUR/USD nachhaltig sind, dass wird sich wohl heute Nachmittag entscheiden, wenn die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten gemeldet werden. Nach wie vor macht die Fed ihre Geldpolitik zu einem großen Teil von der Entwicklung am Arbeitsmarkt abhängig. Die Konsensschätzungen der Analysten bei den neu geschaffenen Stellen exklusive Landwirtschaft in der US-Wirtschaft liegen bei nur 190Tausend, nachdem im Monat Februar die neu geschaffenen Stellen noch bei 236Tausend lagen. Die US-Arbeitslosenrate sehen die Analysten weiterhin bei 7,7 Prozent.

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