24. Januar 2013, 11:59

Gesunder Menschenverstand

Der Indikator des gesunden Menschenverstands ist bei Aktienbewertungen und Marktanalysen nicht der schlechteste. So genügte bis gestern eine Umfrage im Bekanntenkreis in Sachen Apple. Man hätte dort wohl stets Ähnliches gehört. Die Produkte sind immer noch sexy, doch sie sind nicht mehr so exclusiv wie sie es noch vor einigen Monaten oder Jahren waren. Weil die Konkurrenz nachzieht. Wenn so etwas passiert befindet sich ein Unternehmen im Status der Sättigung und seine Margen beginnen ganz langsam zu bröckeln. Genau dies hat Apple gestern nachbörslich verkündet, parallel zum Rekordergebnis für das vierte Quartal, und damit die Investoren erschreckt. Diese wollten zuvor offenbar das logische nicht sehen: Apple ist auf dem Weg, ein sehr guter, aber eben doch wieder „normalerer“ Technologiekonzern zu werden. Dies könnte Spannung für die kommenden Monate bringen, denn jetzt muss man eine Bewertung für eine „normale“ Apple-Aktie ohne Hype-Zuschlag finden.

 
Nivea zieht
 
Nicht nur der Flaggschiffladen am Hamburger Jungfernstieg zieht Touristen und Käufer an, auch die sonstigen Produkte des Hauses Beiersdorf sind immer mehr gesucht. Der Konsumgüterhersteller kommt so richtig in die Spur. Das Kerngeschäft mit den Pflegeprodukten legt zu und so kann man die Erwartungen der Analysten für 2012 leicht toppen. Auch für dieses Jahr ist man optimistisch. SAP dagegen legt verbal zu seinen jüngsten Zahlen nach: In den USA will man laut Finanzvorstand Brand im ersten Quartal die Software-Umsätze nachholen, die einige Firmen aufgrund des Fiscal Cliff in Q.1 verschoben hatten. Dies könnte der Aktie für die nächsten Zahlen wieder Phantasie geben.
 
China überzeugt
 
Positive China-Kracher für den DAX: In China ist die Stimmung der Einkaufsmanager so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Produktion wächst schneller als gedacht und auch die Exporte ziehen an. Mit 51,9 Zählern liegt das HSBC-Barometer deutlich über der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Dafür gießen aber die Japaner Wasser in den Wein. Denn dort sind die Exporte im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um satte 5,8 Prozent gefallen. Ein Grund ist wiederum bei den Chinesen zu suchen: Der Inselstreit belastet und sorgt dafür, dass viele Chinesen schon aus Antipathie keine japanischen Produkte erwerben.
 
Zahlen und Gewinnmitnahmen
 
Am Rohstoffmarkt geht man zur Wochenmitte auf die Verkäuferseite. Die Ölpreise leiden nach guten Tagen unter Gewinnmitnahmen, auch bei Gold und Silber nutzt man den Run Richtung 1700 und 32 US-Dollar für einen kleinen Rücksetzer. Heute kommen um 14.30 Uhr die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Aktien und Rohstoffe anschieben könnten. Um 16 Uhr gibt es noch die Frühindikatoren für Dezember, die mit einem Anstieg von einem halben Prozent erwartet werden. Wichtig für den Ölmarkt: Der Wochenbericht um 16.30 Uhr. Auf Unternehmensseite warten noch Microsoft und Starbucks mit Quartalszahlen.

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