24. Mai 2013, 10:55

Gekko Global Markets – Neuer Anlauf oder Doppeltop?

Die Rückkehr des DAX gestern war durchaus beeindruckend. Angesichts tiefroter Zahlen aus Japan und einem Nikkei der zwischenzeitlich über 1.500 Zähler verlor sahen manche den DAX schon bei 8.100 Punkten. Doch das Tagesminus von unter zwei Prozent war am Ende halb so wild. Jetzt muss der Markt zeigen, ob man weiter klettern kann oder nur einen zweiten Anlauf auf 8.500 unternimmt, abprallt und mit einem Doppeltop einen komplizierten Frühsommer einleitet. Positiv sehen die Konjunkturdaten aus den USA aus, belastend wirken China und die teils wackligen Kommentare der Notenbanker in den USA und Japan. Heute früh notiert der DAX bei 8.372, die Banken sind unter Druck und dies hat seinen Grund.

 
Wieder die Griechen?
 
Wo kommen die denn jetzt wieder her? Griechenland hatte man doch eigentlich abgehackt, da sorgt ein alter Bekannter für Unruhe. Die Ankündigung des Euro-Gruppenchefs Jeroen Dijsselbloem, der einen erneuten Schuldenschnitt für Griechenland nicht ausschließt, belastet die Märkte. Damit schickt er nämlich Aktien der Banken auf Talfahrt. Im DAX verliert die Deutsche Bank vorbörslich am stärksten mit rund zwei Prozent. Der Euro zeigt sich bisher wenig beeindruckt und liegt gegenüber dem US-Dollar kaum verändert bei 1,2940 USD. Interessant ist dass sofort mit der neuen Unruhe gestern der Euro seine Rally gegenüber dem Schweizer Franken beendete und auf 1,2518 Franken zurückfiel. Gerade bei diesem Währungspaar ist Unruhe Gift für den Euro.
 
Was steht an?
 
Mit entscheiden wird sich der Wochenausklang heute um 10 Uhr. Dann wird der vielbeachtete ifo-Geschäftsklimaindex verkündet, er ist bei 104,40 Punkten erwartet. Da aus den USA heute nicht allzu viele Daten kommen könnte er den Trend vor dem Wochenende vorgeben und auch einen Hinweis auf Montag geben – denn da ist in den USA Feiertag. In den USA stehen heute lediglich die Auftragseingänge der langlebigen Güter um 14.30 Uhr an, geschätzt auf bis zu 4,2 Prozent Plus nach -5,7 Prozent im Vormonat. Eine Zahl am oberen Rand könnte ein Abflauen der Geldpolitik der Fed wahrscheinlicher machen.
 
Japaner fahren Achterbahn
 
1.000 Punkte Tagesvolatilität scheint in Japan beim Nikkei der neue Trend zu sein. Nun herrscht große Unsicherheit aufgrund des starken Kursverfalls bei japanischen Anleihen. Der Nikkei stieg in Folge der Erholung an der Wall Street zunächst um drei Prozent, verlor aber nach Bemerkungen des Nontenbank-Gouverneurs Haruhiko Kuroda anschließend drei Prozent um am Handelsende wieder mit gut 0,5 Prozent vorne zu liegen. Kuroda will den Bondmarkt stabilisieren, ließ jedoch offen, wie er dies genau umsetzen will. Am Devisenmarkt zeigt der Blick auf Euro-Yen bei 131,60 Yen und auf Dollar-Yen bei 101,75 dass auch dort die Nervosität groß ist, die Tagesausschläge beachtlich sind.

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