15. April 2013, 17:12

Gekko Global Markets – Gold und Silber knicken ein

Bei 1,3067 Dollar notiert der Euro heute früh. Kein Problem für die Rohstoffmärkte sollte man meinen. Weit gefehlt, hier gibt es einen Mini-Crash. Mindestens. Denn Gold und Silber zeigen eine grauenhafte Kursentwicklung, werden bei Silber auf 24,80 Dollar und bei Gold auf 1.450 Dollar durchgereicht. Der Verkauf vom Freitag geht weiter, nachlassende Inflationssorgen, Wachstumssorgen um die USA bei gleichzeitiger Befürchtung einer restriktiveren Geldpolitik sowie Daten aus China lasten auf den Edelmetallpreisen. Der Abwärtstrend wird stoppen, nur wann? 

Öl bricht ebenfalls ein

Teil zwei des Mini-Crashs zeigt sich heute früh, am Ölmarkt. Der Infekt des schwarzen Goldes durch das wahre Gold war am Freitag noch überschaubar, heute wird auch Öl nun zerlegt. Brent liegt erstmals seit Sommer 2012 um 100 US-Dollar, WTI reißt die Marke von 90 Dollar nach unten. Der Hauptschuldige heißt dieses Mal China und es stellt sich immer mehr heraus, dass die Wirtschaftserwartungen nicht nur für Europa sondern auch für die Chinesen deutlich zu hoch angesetzt waren. Im vorigen Quartal war China noch um 7,9 Prozent gewachsen, das hatte eigentlich so bleiben sollen. Nun hat man um 7,5 Prozent zugelegt, unter der Hand hatten Analysen weitaus mehr erwartet. Das belastet zusammen mit historisch hohen Vorräten bei Öl und dem Fracking-Gegenwind aus USA die Preise. Brent ist bei 100 Dollar erst einmal unterstützt, WTI liefert Unterstützungslinien spätestens bei 85 Dollar.

Wochendaten ? ein Ausblick

Nicht nur bei Rohstoffen hofft man jetzt auf gute Daten. Dabei könnte der Konflikt in Nordkorea diese Woche auch Thema am Markt bleiben, dazu ein mit Interesse und etwas Bedenken erwarteter ZEW-Index am Dienstag. Die US-Industrieproduktion ist ebenso dran wie Kapazitätsauslastung und Häusermarktdaten am Dienstag in den USA. Dazu kommt neben dem Empire State Index heute auch noch der Phili-Fed-Index am Donnerstag. Bei den Quartalszahlen geht es weiter mit den großen Banken, darunter Citigroup, Goldman Sachs und Bank of America, die allesamt zuletzt gut dastanden. Mit Coca Cola, Johnson & Johnson sowie Big Blue IBM, Yahoo und Google sind aber auch einige Schwergewichte aus der Industrie dran.

Aktien in Europa

In Europa warten wir auf Nestle, Rio Tinto und als DAX-Startschuss durch SAP. Heute meldet erst einmal Continental, dass man im ersten Quartal unter den Erwartungen liegen wird. Damit ist der nächste Zykliker nach Lanxess an der Reihe, der die Erwartungen nicht erfüllt. Dies sollte Warnsignal für alle Investoren sein, die bei jenen Aktien auf eine gute Quartalssaison hoffen. Auch BASF oder Leoni aus dem MDAX gehören zu Titeln, die nach einer kleinen Gewinnwarnung förmlich schreien. Immerhin: Conti geht davon aus, dass Q.1 der Tiefpunkt 2013 sein wird.  

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