9. Juli 2013, 11:54

Gekko Global Markets – Alcoa durchwachsen aber mit Hoffnung

Die US-Quartalssaison ist eröffnet. Gestern Abend läutete Alcoa sie ein und berichtete immerhin von steigendem Bedarf bei Aluminium, speziell die US-Autobauer und die Luftfahrtindustrie greifen zu dem leichten Metall. Da Alcoa auch als Gradmesser für die US-Konjunktur gilt sind dies zumindest keine schlechten Nachrichten. Zwei Prozent weniger Umsatz waren im zweiten Quartal beim Aluminiumhersteller dennoch zu verzeichnen. Ex-Siemens-Boss Klaus Kleinfeld begründet den Rückgang mit Druck aus China. Dort stoßen die Aluschmelzen seit geraumer Zeit hohe Volumina aus und drücken deshalb auf das Geschäft von Alcoa. Ohne diesen Effekt sei man beim Ergebnis positiv erläuterte Kleinfeld, denn um dem Volumenkampf aus dem Weg zu gehen hat Alcoa Standorte geschlossen was wiederum erst einmal mit hohen Kosten verbunden ist.

 

US-Konjunktur läuft

 

Angesichts der Orderbücher bei Boeing wundert es kaum, dass Alcoa in Tritt kommt, zumal auch die US-Autohersteller wieder viel besser laufen als in den Krisenjahren 2009 bis 2011. Somit könnte Alcoa immerhin seiner Funktion als Konjunktursignalgeber nachkommen und bestätigt, was die Arbeitsmarktdaten indizieren – es wird langsam aber sicher besser. Diese Besserung war zuletzt auch ein Grund für den Preisanstieg bei WTI-Öl, gepaart mit der Unsicherheit bezüglich Ägypten. Um eine Einschätzung am Ölmarkt zu bekommen muss man aber auch auf die Terminkurve achten. WTI war zuletzt sehr stark und kletterte bis auf 103 Dollar, verringerte auch den Abstand zu Brent. Die Terminkurve zeigt aber, dass bei WTI bis Herbst 2014 ein kontinuierlicher Rückgang bis auf rund 90 Dollar eingepreist wird. Mit anderen Worten – WTI war lange nicht mehr so stark in Backwardation wie jetzt.

 

Solarbranche atmet durch

 

Die Solarbranche ist im Tal der Tränen. Immerhin kann Wacker Chemie zu einer Kursrally ansetzen und der Chart gibt jetzt Luft bis rund 68 Euro, dem Zwischenhoch aus dem März. Denn China wird keine Strafzölle auf die Einfuhr von Polysilizium aus der EU erheben. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin bestätigt einen entsprechenden Bericht des Handelsblattes von heute. So haben Wirtschaftsminister Rösler und sein chinesischer Amtskollege den Streit um die Handelssanktionen beigelegt. Hauptbetroffener einer Einführung derartiger chinesischer Zölle wäre eben und vor allem der deutsche Polysiliziumexporteur Wacker Chemie gewesen. Hintergrund des Streits im Solarsegment sind Untersuchungen der EU wegen möglichen Preisdumpings bei Solarprodukten durch die Chinesen. China begegnete diesen mit einem Anti-Dumping-Verfahren gegen Polysilizium aus Europa.

 

DAX vorbörslich bei 8.025 Zählern

 

Der Gesamtmarkt zeigt sich zum Wochenbeginn sehr entspannt, neben den gestern im Tagesverlauf sehr starken Siemens-Aktien legten auch Bayer, BASF, BMW sowie Münchner Rück über zwei Prozent zu. Qualität ist also gesucht und viele Investoren greifen im Niedrigzinsumfeld nach Rückschlägen offenbar gerne beim Mix aus Substanz, Wachstum und Dividenden zu. Das Quartett ist ein klares Indiz dafür. Dies bringt auch den DAX wieder in Reichweite seines jüngsten Widerstands um 8.030 Punkte. Gute Nachrichten gibt es zu Guter Letzt noch für die Griechen. Sie erhalten im Juli vier Milliarden von ihren europäischen Freunden, danach noch weitere 1,8 Milliarden im August und im Oktober noch einmal eine Milliarde. Weitere Sparanstrengungen und Reformen sollen die Griechen natürlich durchführen aber diese Mahnungen kennt man ja schon. Besonders Frankreich und Österreich drängen wohl auf eine schnelle Auszahlung – Griechenland muss schon bald größere Mengen an Anleihen bedienen.

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