5. Februar 2013, 12:18

Es wird unruhig

Fallende Kurse werden mit steigender Volatilität einhergehen, sofern der DAX die Marke von 7900 nicht knacken kann. Soweit unsere Idee zum Wochenanfang gestern. Doch dass es so schnell und so dynamisch abwärts gehen würde, war nicht vorauszusehen. Die wiederentdeckten Probleme in Spanien und Italien haben den VDAX-New nämlich förmlich nach oben katapultiert, er stieg um lange nicht gesehene 24 Prozent auf 17,6 Punkte. Das ist im langjährigen Vergleich immer noch nicht viel, doch es zeigt: Die Krise ist zurück in den Köpfen. Kein Wunder also, dass Dow Jones und Nikkei mit minus 0,9 Prozent und minus 1,9 Prozent ebenfalls angeschlagen aus ihren Handelstagen kommen, der DAX vorbörslich nur minimal über dem gestrigen Schlusskurs von 7638 liegt.

 
Daten weisen den Weg
 
Der Markt muss nun zeigen, ob die Korrektur schärfer werden soll oder das Ganze nur ein Strohfeuer der Bären gewesen ist. Mit entscheiden werden dies Konjunkturdaten und Quartalszahlen. Auf konjunktureller Seite steht heute um 16 Uhr der ISM-Index aus den USA an, erwartet mit 55,6 Punkten nach 56,1 Zählern im Vormonat. Auf der Unternehmensseite zeigt die UBS heute einen Verlust von 2,5 Milliarden Franken für das Jahr 2012, Analysten hatten allerdings noch mit mehr gerechnet. Hinzu kommt, dass die Bank eigene Anleihen zurückkauft, auf diesem Weg also ihre finanzielle Kraft zeigen möchte. Gründe für den Verlust sind im Wesentlichen Stellenstreichungen sowie der noch immer nicht abgearbeitete Libor-Skandal.
 
Starker Markt
 
Selbst an schwachen Börsentagen gelingt es dem MDAX, seine Verluste in Grenzen zu halten. Es ist schon erstaunlich, wie stark der Index sich immer wieder gegenüber DAX und EuroStoxx behaupten kann. Ein Grund: Konzerne wie Kuka können voll überzeugen. Der Roboter und Anlagenbauer hat mit einem Gewinn von rund 110 Millionen Euro 2012 die eigenen Erwartungen und die der Analysten getoppt. 2013 soll ebenfalls sehr gut laufen und man will sich im Robotergeschäft international weiter Richtung Spitze vorarbeiten.
 
Rohstoffe laufen auseinander
 
Krisensignal ist stets eine unterschiedliche Entwicklung bei Öl und Gold. Diese Woche ist es mal wieder soweit. Der Goldpreis zieht auf 1676 Dollar an, dagegen sinken die Ölpreise auf 96 und 115,40 US-Dollar. Auch die Rally bei Kupfer, die bis auf 8300 US-Dollar lief, wurde abrupt gestoppt. Und auch am Währungsmarkt gibt es reichlich Bewegung. Die Rally des Euro zum US-Dollar ist auf 1,3473 gebremst, zum kanadischen Dollar fällt man auf 1,3457 zurück. Beachtenswert ist vor allem aber die Reaktion zum Schweizer Franken. Die Erholung Richtung 1,25 Franken ist nämlich gänzlich zu Ende gegangen, ein Kurs von 1,2271 Franken signalisiert dass die Krise auch am Devisenmarkt wieder in den Köpfen ist. 

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