11. Juli 2013, 15:43

DAX30-Index und Euro profitieren von Fed-Sitzungsprotokoll

Von Oliver Bossmann, Marktanalyst

Am Mittwochabend wurde das Protokoll des letzten FOMC-Meetings vom 19. Juni veröffentlicht und zeigte den Finanzmarktakteuren, dass innerhalb des US-Notenbankkomitees eine geteilte Meinung in Bezug auf die Zurückführung des Anleihenkaufprogramms vorherrscht. Die Fed-Minutes von gestern sind insofern bemerkenswert, da die Aussagen von Ben Bernanke auf der Pressekonferenz im Anschluss an das FOMC-Meeting vom 19. Juni von den Finanzmarktteilnehmern eindeutig als eine angekündigte Wende in der US-Geldpolitik interpretiert wurden. Die sogenannten Falken im Notenbankkomitee hätten sich nun endgültig mit ihrer Meinung durchgesetzt, das Volumen des Anleihenkaufprogramms noch in 2013 zurückzufahren, so die Interpretation der meisten Analysten und Experten.

 

Die Volatilität an den Aktien- und Anleihemärkten ist infolge der Aussagen Ben Bernankes auf der Pressekonferenz merklich gestiegen, denn damit wäre die liquiditätsgetriebene Rallye der letzten Jahre an den Aktien- und Anleihemärkten an ein Ende gelangt. Die Aussagen des amtierenden Notenbankchefs, die der Öffentlichkeit vermitteln sollten, dass ein im Komitee diskutierter Ausstieg aus dem Kaufprogramm von der Entwicklung am Arbeitsmarkt abhängig gemacht werde, wurden von den Analysten als eine Kommunikationsvariante der US-Fed gedeutet. Die Fed wolle die geldpolitische Wende moderat verkaufen, um die Märkte ruhig zu halten, so die Meinung vieler Experten. Für die Beobachter war der Ausstieg beschlossene Sache, nur das wann und in welcher Dosis würde von der Entwicklung am US-Arbeitsmarkt abhängig gemacht werden.

 

Nun zeigten die gestern veröffentlichten Fed-Minutes, dass die Mehrheitsverhältnisse im Komitee für einen Ausstieg aus dem außerordentlichen Kaufprogramm nicht eindeutig sind. Damit könnten die Märkte wieder an dem Punkt angelangt sein, den wir vor dem letzten FOMC-Meeting vom 19. Juni eingenommen hatten, nämlich dass das Anleihenkaufprogramm in vollem Umfang bis weit in 2014 reichen könnte und damit weiterhin viel Liquidität in die Märkte fließt. Die Aktienmärkte sind infolge der Veröffentlichung direkt angesprungen und auch der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro und Yen ab.

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