12. Januar 2018, 10:56

DAX stolpert über EZB-Ankündigungen – Wall Street auf und davon

Die Wall Street setzt ihre Rally fort, da die Kommunikation der dortigen Notenbank klar ist: Drei Zinsanhebungen in diesem Jahr und keine allzu schnellen Kursänderungen. Das Verhalten der Europäischen Zentralbank dagegen hat nichts mit der vorbereitenden, gefühlvollen Kommunikation zu tun, wie sie die Federal Reserve für ihren Ausstieg aus der Geldpolitik pflegt. Die EZB stellte gestern zur Disposition, bei weiter guter Konjunkturlage nur wenige Wochen nach Verlängerung der Anleihekäufe eine Anpassung der Geldpolitik vornehmen zu wollen.

Entsprechend überrascht und verunsichert reagierten die Anleger und man kann jetzt nur auf eine Relativierung seitens der EZB hoffen. Denn der DAX hat sich nun noch klarer als ohnehin schon zuvor von der Wall Street abgekoppelt. Die Kommunikation der EZB war in diesem Fall nicht glücklich. Folgen waren ein steigender Euro und fallende Aktienmärkte. Der DAX konnte zwar zunächst die Marke von 13.200 Punkten halten, wirkt aber angeschlagen.

In den USA geht es heute Nachmittag vor allem um die Verbraucherpreisdaten. Bleibt die Inflation tief, wäre das genau das, was die Käufer, die gestern weiter zugriffen, auf der Wunschliste stehen haben. Denn dann könnte die Fed ihre Strategie des langsamen und behutsamen Ausstiegs aus der lockeren Geldpolitik fortsetzen.

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Jochen Stanzl

Jochen Stanzl ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets in Frankfurt. Davor war er über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig.