29. Juli 2013, 16:27

Wichtige Woche für die Finanzmärkte

Von Oliver Bossmann, Marktanalyst

Ein Blick auf den Nachrichtenkalender der frisch begonnenen Handelswoche lässt die Vermutung zu, dass es die Finanzmarktakteure in den nächsten Tagen mit einer hohen Volatilität zu tun haben könnten. Vor allem im EUR/USD, aber auch an den Aktienmärkten, könnte es im Nachgang zu den Veröffentlichungen von Makrodaten, wie etwa am Freitag, wenn die US-Arbeitsmarktdaten für Juli gemeldet werden, zu volatilen Kursbewegungen kommen.
Jedoch die US-Arbeitsmarktdaten besetzen erst den finalen Akt der neuen Woche. In den Tagen davor stehen weitere wesentliche Events auf der Agenda, die vor allem für die europäische und US-amerikanische Geldpolitik wichtig sein könnten. So werden am Dienstag die deutschen Inflationsdaten und am Mittwoch die Euroland Inflationsdaten für Juli gemeldet. Ebenfalls am Mittwoch werden die Arbeitsmarktdaten für die Eurozone gemeldet. Im Monat Juni erwarten die Analysten in der Eurozone eine Arbeitslosenquote von 12,2 Prozent.
Am Mittwochnachmittag wird auch die erste Schätzung des US-BIP für das zweite Quartal veröffentlicht. Erwartet wird ein Wachstum der US-Wirtschaft von einem Prozent, bezogen auf das zweite Quartal des Vorjahres. Ben Bernanke und das FOMC kommen am Dienstag und am Mittwoch zusammen, um über die US-Geldpolitik zu entscheiden. Neben dem Konjunkturausblick der Fed erhoffen sich die Finanzmarktakteure auf der am Mittwoch stattfindenden Pressekonferenz von Ben Bernanke natürlich weitere Aussagen zum Anleihenkaufprogramm. Nach den letzten Reden Bernankes ist aber nicht damit zu rechnen, dass es in diesem Punkt Neuigkeiten für den Markt geben könnte. Das Kaufprogramm der US-Fed werde, so die Meinung vieler Analysten, bis tief in 2014 hinein unverändert bestehen bleiben. Vielleicht könnten Bernanke und die US-Fed mit einer Herabsetzung der Zielarbeitslosenrate von 6,5 Prozent auf 6 Prozent auf der Pressekonferenz überraschen und dem EUR/USD-Kurs weitere Aufwärtsimpulse geben.
Die EZB tagt dann am Donnerstag. Wie immer wird Mario Draghis Pressekonferenz im Vordergrund stehen. Für viele Beobachter könnte die EZB in den nächsten Sitzungen eine Ausweitung der lockeren Geldpolitik entscheiden. Neben der sich nur schleppend erholenden Konjunktur in Euroland ist es in weiten Teilen Europas um die Liquiditätssituation von klein- und mittelständischen Unternehmungen weiterhin schlecht bestellt. Welches geldpolitische Werkzeug Draghi aus dem Werkzeugkasten ziehen könnte, ist schwer einzuschätzen. Auch eine weitere Leitzinssenkung um 0,25 Prozent auf 0,25 Prozent läge im Bereich des Möglichen.
Am Freitag werden dann die US-Arbeitsmarktdaten gemeldet. Die Konsensschätzung für die neu geschaffenen Stellen exklusive Landwirtschaft im Juli liegt bei 185Tausend. Die US-Arbeitslosenrate wird im Juli bei 7,5 Prozent erwartet. Große Abweichungen bei den neu geschaffenen Stellen könnten den Wochenausklang sehr volatil ausfallen lassen und Impulse für den gesamten weiteren August setzen.
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