Getestet: CFD-Handel mit der OnVista Bank

onvista getestet In unserer Testreihe haben wir uns in den letzten Wochen das CFD-Depot der OnVista Bank näher angeschaut und zu diesem Zweck dort ein Echtgeld-Depot eröffnet. Nachfolgend schildern wir unsere Erfahrungen mit dem CFD-Depot der OnVista Bank.

Eröffnung

Das CFD-Handelskonto kann man bei der OnVista Bank nur in Verbindung mit einem normalen Wertpapierdepot eröffnen. Dadurch entstehen aber keine weiteren Kosten oder Verpflichtungen, weil das Wertpapierdepot komplett kostenlos geführt wird.

Der Online-Eröffnungsprozess besteht aus drei Schritten. Auf der ersten Seite müssen diejenigen, die das Depot aufgrund des CFD-Handels eröffnen, einen Haken bei der Option ?mit CFD-Konto? setzen. Neben den persönlichen Daten wird im zweiten Schritt der Eröffnung noch ein Referenzkonto verlangt. Spätere Auszahlungen werden grundsätzlich zu Gunsten dieses Kontos ausgeführt. Für die Einzahlungen spielt es keine Rolle.

Am Ende wird ein PDF generiert, welches an zwei Stellen zu unterschreiben ist und mit dem anschließend ein PostIdent-Verfahren bei der nächsten Poststelle durchgeführt werden muss.

Ich musste diese Schritte nicht mehr durchführen, da ich bereits ein Wertpapierdepot bei der OnVista Bank besitze und nur noch mein CFD-Konto aktivieren lassen musste. Dafür steht ein entsprechendes PDF bereit, welches ich ausfüllen und an die Bank faxen oder zusenden musste.

Wenige Tage später habe ich dann die Mitteilung erhalten, dass mein CFD-Konto freigeschaltet wurde.

Der erste Login

Nun war ich gespannt auf die ersten Eindrücke des CFD-Handelsfrontends. Der Zugang dazu befindet sich hinter dem normalen Login zum Wertpapierdepot. An dieser Stelle merkt man, dass der CFD-Handel dem Brokerage-Angebot von OnVista nachträglich hinzugefügt wurde bzw. es sich nicht um einen reinrassigen CFD-Broker handelt. Denn innerhalb meines Wertpapierkontos finde ich nun einen neuen Navigationspunkt ?CFD Handel?, nach Klick darauf gibt es eine Unterseite auf der sich wieder ein Button befindet und nach Klick auf diesen öffnet sich nach kurzer Ladezeit das CFD-Handelsfrontend. Das ist etwas umständlich gelöst worden, wie ich finde.

Das Handelsfrontend ist in HTML5 entwickelt worden und schaut sehr ansprechend aus. Zunächst fällt der große Chart auf, der in der Mitte des Screens positioniert ist. Überhaupt bietet das Charting-Tool diverse wirklich gut zu nutzende Optionen. Fans der technischen Analyse werden hier sicher Ihre Freude haben. Rechts vom Chart ist der Orderbereich. Hier kann man zwischen normaler Ordermaske und One-Klick-Order wählen. Erstere bietet mehr Optionen wie Limiteingabe, If-done-Order usw. Unterhalb des Charts sind die offenen Positionen und Orders zu sehen. Außerdem gibt es noch einen Newsfeed-Bereich und die Kontoübersicht.

Insgesamt ist festzuhalten, dass das Handelsfrontend sehr übersichtlich ist. Nachteilig fand ich, dass man die einzelenen Elemente nicht auf dem Bildschirm frei anordnen kann bzw. auf mehrere Bildschirme verteilen kann. Update: Dies ist mittlerweile möglich. Auch über mehrere Bildschirme.

OnVista CFD Handelsfrontend

Der erste Trade

Derzeit gibt es eine Aktion, bei der neue CFD-Konten mit einem Trading-Guthaben von 100? von der OnVista Bank kapitalisiert werden. Das Guthaben steht zunächst nur zum Traden zur Verfügung und kann nicht transferiert werden. Über daraus entstehende Gewinne kann dagegen jederzeit verfügt werden. Nach meinem ersten Login suche ich die 100? Tradingkapital, doch das Marginkonto steht auf null. Also Anruf im Kundenservice der Bank. Eine freundliche Mitarbeiterin erklärt mir, dass die Buchung des Tradingkapitals nicht sofort bei der Eröffnung vorgenommen wird, sondern wenige Tage später. Tatsächlich einen Tag später sind die 100? gebucht und werden als Guthaben angezeigt. Es kann also losgehen!

Ich möchte mit einem Trade auf den DAX beginnen. Dazu positioniere ich den Chart und warte auf eine Einstiegsgelegenheit für einen Long-Trade. Mit wenigen Klicks habe ich mir ein Ein- und Ausstiegsszenario zusammengeklickt. Praktisch, dass ich hier direkt mit ?If-Done? arbeiten kann. Also, wenn der Kurs auf ein bestimmtes Niveau steigt, dann ?Take Profit?. Sollte der Kurs wieder erwarten fallen, dann Glattstellen der Position mit Stop Loss. Alternativ kann man auch einen Trailing Stop hinterlegen.

Orderaufgabe OnVista Bank CFD

Der Kauf des DAX-CFD bindet eine Margin von 84?. An dieser Stelle fällt mir auf, dass ich den Hebel nicht frei wählen kann. DAX-CFDs haben immer den Hebel 100, also werden 1% des Trade-Gegenwertes meines Margin-Kontos für den Trade geblockt. Der Spread beträgt 2 Punkte (wer aufmerksam schaut, wird sehen, dass es in meinem Screenshot nur 1,5 Punkte sind, weil ich noch in den Genuss einer Aktion kam :-) ). Leider gehen meine ersten zwei Trades daneben, so dass mein Margin-Konto auf unter 80? sinkt und ich keine weiteren DAX-CFDs mehr traden kann, weil die erforderliche Margin nicht ausreicht.

Zu erwähnen ist, dass auf dem Wertpapierverrechnungskonto vorhandenes Kapital nicht automatisch auf dem CFD-Konto zur Verfügung steht. Es muss erst eine Umbuchung erfolgen. Der Kundenservice nennt dafür einen Tag als Zeitspanne, bis das Geld zum CFD-Handel zur Verfügung steht.

Ich versuche es weiter mit den verbliebenen 80? und wechsele zum EuroStoxx. Dieser notiert bei etwa 2.500 Punkten und für einen CFD ist nur eine Margin von 25 ? zu hinterlegen. Hier gelingt mir nun auch mein erster Take-Profit und ich beschließe damit den ersten CFD-Handelstag.

An einem der nächsten Tage, mittlerweile finde ich auch den Zugang zum CFD-Handelsfrontend mit traumwandlerischer Sicherheit, steige ich mit Aktien CFDs ein. Diese haben einen Hebel von 5, es wird also eine Margin von 20% fällig. Das Öffnen oder Schließen eines Aktien-CFDs kostet bei der OnVista Bank 3,99? + 0,09% vom Gegenwert des Basiswertes. Darüber sollte man sich im Klaren sein und direkt mehrere CFDs kaufen. Ich hatte dies zunächst nicht beachtet und analog beim DAX-Trading nur einen CFD gekauft, was eine lächerliche Veränderung meines Margin-Kontos nach sich zog.

Fazit:

Gutes CFD-Depot für Gelegenheitstrader. Profis werden evtl. die Möglichkeit vermissen, dass Handelsfrontend auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen bzw. auf dem Bildschirm anzuordnen Ist jetzt möglich. Als Marketmaker für die CFD-Kurse steht die Commerzbank hinter dem Angebot. Das gibt ein gutes Gefühl bei Trading.

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